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Ab wie eine Rakete

Starten Sie jetzt in ein neues Leben. Mit der Aeschbacher-Diät. Hier ist die erste von drei Schlüssel­lektionen von Doktor Stutz.

Aeschbacher_Rakete

Zwei Mahlzeiten sind genug

Jetzt stellen wir mal eine aufmüpfige Frage: Brauchen wir heute überhaupt noch drei Mahlzeiten?

Keiner unserer entfernten Vorfahren konnte dreimal am Tag essen, obwohl sie täglich Dutzende von Kilometern zurücklegten. Und wir? Wir machen ein paar Schritte vom Büro zum nächsten Lift, zum nächsten Auto oder zum nächsten Tram. Und dazu sollen wir ständig futtern? Führende Herzspezialisten und Internisten betonen immer wieder, dass zwei Mahlzeiten pro Tag völlig ausreichen, um dem Körper die notwendige Energie zuzuführen und dabei erst noch satt zu werden. Wenn wir uns daran gewöhnen, alle paar Stunden etwas zu essen, werden wir nie satt werden. Wer dem Hunger augenblicklich nachgibt, wird nie in der Lage sein, ein paar Stunden ohne Essen auszuhalten. Machen Sie einmal den Versuch, über Mittag nur zu trinken – selbstverständlich etwas Kalorienfreies – oder höchstens etwas zu essen, das viel Wasser und kaum Kalorien enthält. Eine halbe Stunde lang haben Sie vielleicht Hunger. Danach spüren Sie ihn nicht mehr! Wenn Sie nur zweimal am Tag richtig essen, werden Sie plötzlich viel mehr Zeit für andere Dinge haben. Vielleicht arbeiten Sie über Mittag durch und gehen dafür eine Stunde früher nach Hause – und haben so auf einmal mehr Zeit für Bewegung und Sport oder irgendeine körperliche Aktivität.

Bloss noch zwei Hauptmahlzeiten sind keine Erfindung der Neuzeit. Bis weit ins Mittelalter ass die breite Bevölkerung nur zweimal am Tag. Der Adel beschränkte sich noch viel länger auf zwei Tafelrunden. Er frühstückte nach der Frühmesse und nahm die Hauptmahlzeit zwischen 15 und 16 Uhr ein, die in der Regel sehr reichhaltig war. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts setzten sich auch in den Oberschichten drei Mahlzeiten durch. In vielen anderen Kulturen sitzt man auch heute noch nur zweimal täglich an den gedeckten Tisch.

Die Kalorienmenge reduzieren

Wer abnehmen oder überhaupt gesund leben will, kann mit zwei Hauptmahlzeiten die Kalorienmenge sehr effektiv reduzieren. Studien zeigen, dass zwei statt drei Mahlzeiten grosse Vorteile für den Stoffwechsel haben, weil die Pausen dazwischen länger werden. Wie wichtig eine mehrstündige Phase der Nüchternheit ist, weiss man aus der Diabetesforschung. Nur so kann der Blutzucker wieder in den Normbereich fallen. Selbst für Diabetiker werden heute Zwischenmahlzeiten kaum mehr empfohlen, damit die Insulinresistenz, das Grundproblem bei der Entstehung der Volkskrankheit Diabetes, wirksam bekämpft werden kann. Je länger die nüchternen Phasen dauern, desto besser ist die Ansprechrate auf das körpereigene Insulin und desto besser kann man abnehmen. Zwischenmahlzeiten sind heute nur noch für Menschen sinnvoll, die schwer körperlich arbeiten. Für Normalverbraucher haben sie einen ungünstigen Effekt, der dem Abnehmen abträglich ist. Forscher der ETH Zürich haben zudem herausgefunden, dass es eine Art Schalter im Kopf gibt. Essen wir ständig, werden wir bewegungsfaul. Spüren wir zwischendurch Hunger und halten ihn auch einmal längere Zeit aus, springt die Fettverbrennung an und – das ist das Überraschende – der Bewegungsdrang nimmt zu. Beste Voraussetzungen also, um dauerhaft abzunehmen.

Das Mittagessen auslassen

Die gesellschaftliche Entwicklung und der heutige Arbeitsmarkt machen es ohnehin schwierig, ein geregeltes, ausgewogenes Mittagessen einzunehmen. Also lässt man es lieber aus und isst dafür ein abwechslungsreiches Frühstück und zelebriert das Abendessen am gemeinsamen Tisch. Am Abend richtig zu essen ist keinesfalls ungesund, wie immer wieder behauptet wird, vorausgesetzt, man ernährt sich nicht zu fett- und kohlenhy­dratreich, sondern achtet auf eine vorwiegend pflanzlich orientierte Ernährung. Die meisten Menschen, die mittags im Stress eine «Kleinigkeit» essen, nehmen von den Kalorien her eine Hauptmahlzeit zu sich, ohne dass sie sich dessen bewusst sind. Studien zeigen, dass die Mittagspause heute nicht mehr primär der Nahrungsaufnahme dient, sondern, dass Aspekte wie Ruhe, Auszeit, das Beisammensein mit Kollegen sowie Bewegung und Sport eine immer grössere Rolle spielen. Kommt dazu, dass eine Mahlzeit umso weniger als gemeinschaftliches Erlebnis empfunden wird, je mehr Fertigprodukte verwendet werden. Das Zubereiten gilt soziologisch gesehen als ein Liebesbeweis und hat eine starke symbolische Bedeutung.

So geht’s

  • Wer pro Tag nur noch zwei Mahlzeiten zu sich nimmt, dem fällt es viel leichter, das Thema Essen und die Kalorien aus dem Kopf zu verbannen. Er löst somit die fatale Fixierung aufs Essen, was zum Abnehmen extrem hinderlich ist.
  • Die Beschränkung auf zwei Mahlzeiten am Tag hat einen weiteren grossen Vorteil: Man darf sich beim Essen auch mal was gönnen, sogar kleine Sünden, ohne dafür büssen zu müssen.
  • Für den Stoffwechsel wirkt sich die lange Zeit zwischen den beiden Mahlzeiten extrem positiv aus. Das Insulin sinkt, und die Fettverbrennung ist stundenlang aktiv.
  • Der Lohn von einer Beschränkung auf zwei Mahlzeiten ist ein konstanterer Blutzuckerspiegel und damit eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Müde und schlapp machen nämlich das ständige Futtern von energiedichter Nahrung und die folgenden Berg- und Talfahrten des Blutzuckerspiegels.
  • Bauen Sie möglichst viele verschieden farbige Früchte, Gemüse und Salate kreativ in die Mahlzeiten ein, und zwar schon zum Frühstück. Eine vorwiegend pflanzlich orientierte Ernährung hilft extrem beim Abnehmen, weil ihre Energiedichte gering und der Sättigungseffekt sehr gross ist.
  • Fahren Sie den Kohlenhydratanteil herunter und erhöhen Sie stattdessen den Anteil an Eiweiss. Nicht sinnvoll ist eine fettarme Ernährung, wenn dafür der Kohlenhydratanteil in der Nahrung erhöht wird.
  • Essen am Abend ist nicht ungesund. Auch die Behauptung, am Abend kein Obst oder kein Gemüse mehr zu essen, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Wenn man ausgewogen isst, spielt der Zeitpunkt keine Rolle.

Fazit:

Für die meisten Menschen sind zwei Mahlzeiten am Tag völlig ausreichend und eine reine Sache der Gewöhnung. Wer sich einmal daran gewöhnt hat, will das Wohlgefühl für Körper und Geist nie mehr missen.

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