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Alles war voller Liebe und Verbundenheit

Nichts kann uns von einem geliebten Menschen trennen, schreibt eine Leserin über den Abschied von ihrer Mutter, nachdem sie den Beitrag von Monika Renz, Leiterin Psychoonkologie am Kantonsspital St. Gallen, übers Sterben gelesen hatte.

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Eigentlich wollte ich Ihnen schon lange schreiben. Sie haben mein Mami in ihren letzten Wochen im Spital St. Gallen begleitet. Ich hatte das Glück, sie bis zu ihrem letzten Atemzug in den Armen zu halten und ihr zu sagen, Du kannst loslassen, es tut verdammt weh, aber wir werden es schaffen. Nach diesen Worten, noch drei Atemzüge, und sie ging in die andere Welt. Ich habe sie mehr geliebt als mein eigenes Leben, hätte alles für sie getan, aber ich konnte ihr nur noch mit diesen Worten helfen. Ihr auch zu sagen, dass der Tod uns nicht trennen kann. Nicht so eine Verbindung wie unsere. Mein Glaube war wieder einmal bis auf die Grundmauern erschüttert. Habe ich doch schon meinen Sohn im Alter von 1 1/2 Jahren verloren. Dass ich nach Mamis Tod am Boden war, versteht sich.

Sie schwebte auf eine beleuchtete Tür zu

Circa zwei Wochen nach ihrem Ableben habe ich eine Erfahrung gemacht, die meine Einstellung total geändert hat. Im Traum kam Mami zu mir. Sie sah verunsichert aus, etwas bleich um die Nase, war aber auf den Beinen. Ihre Worte: Ich habe noch kurz Zeit, mich zu verabschieden von Dir, bevor ich endgültig gehe. Sie hat sich zwischen meine Beine gelegt, den Kopf auf meinem Bauch. Ich habe sie gerochen und sie gespürt, es war so real. Wir waren in einer Grotte oder ähnlich, ich weiss es nicht. Als dann ein warmes Licht diese Grotte erhellte, wusste ich, es ist nun soweit. Ich sagte noch, Du musst nun gehen, danke für Alles. Sie hörte wieder auf zu atmen, schwebte aber auf eine beleuchtete Tür zu. Ich musste sie wieder gehen lassen.

Wenn ich auch heute noch manchmal verzweifelt bin und sie über alles vermisse, halte ich mich an diesen Traum. Er war so voller Liebe, Wärme und Verbundenheit. Nichts kann uns von einem geliebten Menschen trennen.

Wieso ich das jetzt schreibe? Ich habe Ihren Artikel (hier nachlesen) in der Sprechstunde gelesen. Mensch, am Anfang konnte mein Mami nichts mit Ihnen anfangen. Mit der Zeit hat sie darauf gewartet, bis Sie kommen. Machen Sie weiter so. Ihr Trommeln auf die Hände, Ihre Musik, die Erde hält Dich, bringen nicht nur den Sterbenden etwas, sondern auch den Angehörigen. Vielen Dank dafür.