Startseite » Themen » Bronchienerweiterung statt Cortison

Bronchienerweiterung statt Cortison

Bronchien erweiternde Medikamente in allen Krankheitsstadien. Das fordern die aktualisierten Leitlinien zur Behandlung der Volkskrankheit COPD, im Volksmund Raucherlunge.

3D illustration of Lungs - Part of Human Organic.

Was ist die bessere Therapie für Menschen mit COPD? Die Inhalation einer Kombination von Cortison und einem Bronchien erweiternden Wirkstoff? Oder die Kombination zweier Bronchien erweiternden Mittel? Diese Frage wurde in ganz unterschiedlichen Stadien der COPD untersucht. Die Antwort machte die Meilenstein-Studie FLAME mit über 10’000 untersuchten Patienten klar: Die duale Bronchodilation ist das neue Mass aller Dinge. Die Kombinationstherapie reduzierte die Gefahr von weiteren Krankheitsschüben sehr viel stärker als die bisherige Standardtherapie mit Cortison. Das Ergebnis überraschte, weil die Patienten zuvor häufige weitere Krankheitsausbrüche erlitten hatten und als typische Kandidaten für die Therapie mit Cortison galten.

Die neuen Erkenntnisse haben sich jetzt in den neuen internationalen Behandlungsleitlinien niedergeschlagen. Die wichtigste Neuerung: In sämtlichen Stadien der COPD soll die Ersttherapie mit zwei sich ergänzenden, Bronchien erweiternden Wirkstoffen erfolgen. Cortison kommt nur noch ausnahmsweise zum Einsatz. Es kann bei den meisten Patienten ohne jegliche Nachteile abgesetzt werden. Die duale Bronchodilation von Anfang an hat einen ganz entscheidenden Vorteil: Sie erleichtert den Betroffenen, die Therapieempfehlung, sich jeden Tag möglichst zu bewegen, in die Tat umzusetzen.

Die Chronisch Obstruktive Lungenkrankheit COPD

Die unheilbare Lungenkrankheit engt die Luftwege mehr und mehr ein und beeinträchtigt den ganzen Körper. Raucherlunge nennt man sie im Volksmund, weil in rund 80 Prozent der Fälle Rauchen die Ursache ist; dabei zählt auch starker Passivrauch. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass in den Jahren 2020 bis 2030 COPD nach Herz-Kreislauf-Krankheiten und Hirnschlag die dritthäufigste Todesursache weltweit sein wird.

Die Krankheit entwickelt sich schleichend und bleibt meist lange Zeit unentdeckt. Man schätzt, dass rund die Hälfte der Fälle nicht erkannt und daher auch nicht behandelt wird. Die Betroffenen haben am Anfang oft nur am Morgen Husten mit Auswurf und Atemnot bei körperlichen Anstrengungen. Wird die Diagnose gestellt, ist die Krankheit häufig schon weit fortgeschritten. Dabei spielt die Früherkennung eine zentrale Rolle: Je früher die Diagnose, desto effektiver ist die Therapie.