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Das Einmaleins für Eltern

Aeschbacher-Diät Lektion 79. Jedes vierte Kind ist zu dick. Mit ein paar einfachen Regeln und Tricks lässt sich das vermeiden.

Kind Übergewicht wp

Die Energiebilanz unserer Kinder ist aus den Fugen geraten. Unsere Kinder essen zu viel, zu süss, zu fett und zu salzig. Ihre Ernährung ist zu einseitig. Sie nehmen zu wenig Milch und Milchprodukte zu sich und essen zu wenig Obst und Gemüse. Sie haben unregelmässige Mahlzeiten, vor allem kein ausreichendes Frühstück vor der Schule und kein geeignetes Znüni. Sie essen häufig süsse, salzige und fette Snacks zwischendurch. Sie bewegen sich zu wenig. Ihre Kraft, Beweglichkeit und Koordination sind eingeschränkt. Die Hälfte aller Kindergartenkinder schafft keinen Purzelbaum mehr. Die Kletterstange wird zum unüberwindbaren Hindernis.

Jedes vierte Kind in der Schweiz ist übergewichtig. Und jedes zehnte hat Untergewicht. Zwei von drei Mädchen halten sich für zu dick, obwohl sie es gar nicht sind. Da läuft sehr viel schief. Aber aufgepasst! Ein übergewichtiges Kind auf Diät zu setzen, damit es abnimmt, ist völlig kontraproduktiv. Eine Diät für Kinder gibt es nicht, so lange sie im Wachstum sind. Vielmehr soll das Kind im Laufe der nächsten Jahre sein Gewicht halten, sozusagen aus dem Übergewicht herauswachsen. Entscheidend dazu ist ein gesünderer Lebensstil.

Ausgrenzung ist fatal

Fatal ist die Ausgrenzung übergewichtiger Kinder, die in den letzten Jahrzehnten parallel zur Entwicklung eines überschlanken Schönheitsideals massiv zugenommen hat. Die Folgen sind ein negatives Selbstwertgefühl und Körperbild sowie ein zunehmender sozialer Rückzug mit all seinen Folgen. Wissenschaftler konnten zeigen, dass nur noch krebskranke Kinder mit Chemotherapie eine vergleichbar schlechte Lebensqualität haben.

Keine ständige Ermahnung

Übergewichtige Kinder sollten nicht ständig ermahnt werden, sonst werden sie erst richtig dick. Das zeigen Studien. Pummelige Kinder, die nicht ständig daran erinnert werden, wachsen ihr Übergewicht viel eher aus. Eine strenge Diät dagegen führt zu Kontrollverlust und Heisshungeranfällen, die noch mehr Gewichtszunahme und schwerwiegende psychische Folgen haben.

Was ist mit den Genen? Gewiss, sie haben einen Einfluss auf die Entstehung von Übergewicht. Aber erst dann, wenn bestimmte Umstände dazu kommen. Also ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung. Die Eltern spielen bei der Weitergabe von solchen Verhaltensweisen eine entscheidende Rolle. Deshalb ist der Einbezug der Eltern in die Behandlung von übergewichtigen Kindern effektiver als die alleinige Therapie der Kinder. Es gibt sogar wissenschaftliche Hinweise, dass die alleinige Behandlung der Eltern am effizientesten ist.

Die Eckpfeiler einer gesunden Ernährung sind viel Abwechslung, möglichst verschiedene Farben und Formen, genügend Trinken, möglichst viel frische und saisonale Lebensmittel, bei jeder Mahlzeit Gemüse und Früchte, eine Eiweiss- und eine Stärkebeilage sowie zurückhaltender Umgang mit fett- und zuckerhaltigen Speisen und Getränken.

Keine Fertiggerichte und Kinderlebensmittel

Nehmen Sie Abstand von bequemen Fertiggerichten, auch wenn sie angeblich für die moderne Familie ideal sind. Sie werden nicht nur mit wenig Genuss in kürzester Zeit gegessen, sondern enthalten meistens eine Menge gesättigte Fette, Salz und Zucker sowie Geschmacksverstärker.

Machen Sie auch einen Bogen um mit Nährstoffen angereicherte Kinderlebensmittel. Sie sind nicht nur völlig unnötig, sondern auf Grund ihres häufig sehr hohen Gehaltes an Fett, Zucker und Zusatzstoffen ungesünder und teurer als naturbelassene Lebensmittel. Ihre Anreicherung mit Vitaminen und Mineralstoffen ist willkürlich und berücksichtigt die Bedürfnisse von Kindern in keiner Art und Weise. Ungünstig und unnötig sind auch die vielfältigen Frühstückscerealien, die meistens stark gesüsst sind und damit zu den Süssigkeiten gerechnet werden müssen. Dasselbe gilt für Fruchtjoghurt und Fruchtquark. Der Zuckeranteil ist hoch, der Fruchtanteil gering. Kurz: Kein Kind braucht spezielle nährstoffangereicherte Lebensmittel, sondern herkömmliche, naturbelassene Produkte, vor allem frisches Obst, Gemüse, Milch- und Getreideprodukte.

So geht’s:

  • Wichtig für Kinder sind regelmässige Mahlzeiten, drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten. Dadurch werden dem Körper gleichmässig Energie und Nährstoffe zugeführt.
  • So lernen die Kinder von klein auf, regelmässig zu essen und kommen weniger in Versuchung, zwischendurch zu snacken.
  • Jedes dritte Schweizer Kind ist nur selten oder überhaupt kein Frühstück, obwohl das für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unabdingbar ist.
  • Seien Sie ein Vorbild! Studien zeigen, dass Kinder, deren Eltern gerne Obst essen, selber Obst mögen.
  • Kinder mögen Obst meistens lieber als Gemüse: Reichern sie daher den Salat mit Trauben an oder mischen sie Rüeblisalat mit Äpfeln.
  • Schneiden Sie Früchte und Gemüse in kleine Stücke. Lustige Formen regen den Appetit an.
  • Lassen Sie Ihrem Kind die Wahl, indem Sie zwei verschiedene Salate und Gemüse anbieten. Vielleicht lässt es den Fenchel stehen, isst dafür aber lieber Rüebli.
  • Essen soll Essen bleiben und nicht den Platz von körperlicher Nähe und Geborgenheit einnehmen.
  • Ein Belohnungssystem und Erfolgserlebnisse einführen, die nichts mit Essen zu tun haben.
  • Zwingen Sie kein Kind, den Teller leer zu essen. Um Resten zu vermeiden, immer nur kleine Portionen schöpfen.
  • Kein Zwang beim Essen. Speisen, die es nicht mag, muss es nicht essen. Animieren Sie Ihr Kind jedoch immer wieder, Neues zu probieren.
  • Nehmen Sie Abstand von Fertiggerichten und von immer grösseren Portionen, auch wenn sie scheinbar preiswert sind.
  • Eine versteckte und oft unerkannte Kalorienquelle sind Süssgetränke und alle Arten von Säften.
  • Damit sich Kinder an kalorienfreie Getränke gewöhnen, sollten die bisher verwendeten Limonaden und Säfte immer mehr verdünnt werden.
  • Eine Alternative zu Eistee und anderen Süssgetränken ist selbstgemachter, gekühlter Früchtetee ohne Zucker mit Orangen- oder anderen Fruchtschnitzen.
  • Ein Verbot von Süssigkeiten ist kontraproduktiv. Besser ist, Anfang der Woche einen Teller mit kleinen Leckereien wie Schöggeli, Gummibärchen etc. zusammenzustellen, den sich das Kind dann selber einteilen kann.
  • Am besten isst man Süssigkeiten als Dessert. Nach dem Essen sind Kinder satt und lernen, dass Süssigkeiten nicht da sind, um den Hunger zu stillen.
  • Keine Vorräte von Süssigkeiten und kaloriendichten Nahrungsmitteln im Haushalt anlegen. Kinder finden jedes Versteck.
  • Ein Besuch in einem Restaurant ist nicht vollkommen tabu. Aber nicht mehr als einmal pro Woche.
  • Ein Fast-Food-Gericht sollte mit Gemüse oder Früchten ergänzt werden.
  • Bewegung behutsam fördern, aber immer spielerisch, nicht mit Leistungsdruck.

Fazit:

Die Werbung und die Nahrungsmittelindustrie machen es den Familien und ihren Kindern schwer, sich gesund zu ernähren. Seien Sie gute Vorbilder und begeistern Sie Ihre Kinder mit viel Fantasie für eine naturnahe, abwechslungsreiche Ernährung ohne Fertigmahlzeiten, Familienpackungen und spezielle Kinderlebensmittel.

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Aeschbacher Diät Buch13.1.16 II