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Das Geheimnis ist Druck

Renata Furrer versteht die Sprache der Wunden. Sie kennt auch die Regeln, wie sich offene Beine heilen lassen.

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Klingt unglaublich, ist aber wahr. Jede Wunde hat eine Geschichte und jede Wunde hat eine Sprache. Renata Furrer beherrscht diese Sprache. Sie ist zertifizierte Wundmanagerin in Sirnach TG und hat gelernt, in den Wunden zu lesen, sie zu verstehen und das zu unterstützen, was jede Wunde von Natur aus am liebsten möchte: abheilen.

Ich frage mich, wie die Betroffenen so etwas aushalten

Die Realität stimmt nachdenklich. «Ich sehe Wunden, die wochen- oder monatelang vor sich hin nässen. Die Leute verstecken die Stellen, obwohl die Haut entzündet, verkrustet, teilweise sogar nekrotisch – also abgestorben – ist. Ich frage mich, wie die Betroffenen so etwas aushalten, wenn sie vor lauter Schmerz nicht mehr schlafen können. Wenn sie tagsüber immer Angst haben, dass die Wunde nach aussen sichtbar nässt, oder dass andere Leute den unangenehmen Geruch wahrnehmen, der aus mancher Wunde aufsteigt. Sie schämen sich, zum Arzt zu gehen. Einige fürchten einfach die Behandlung oder eine mögliche Operation. Sie fragen dann ganz unsicher: ‹Muss ich jetzt ins Spital?›. Oder sie befürchten, noch mehr Medikamente schlucken zu müssen.»

Warum entstehen schlimme Wunden?

Warum entstehen schlimme Wunden überhaupt? Renata Furrer: «Ich spreche jetzt nur von venösen Problemen. Zum Beispiel, wenn jemand Krampfadern hat, viel sitzt und steht, schwillt das Bein an. Es tut weh. Gerade bei älteren Menschen ist die Haut häufig sehr trocken und dünn, weil sie noch nie richtig gepflegt wurde. Sie beginnt zu jucken. Verletzungen wie Risse oder Schürfungen heilen schlechter oder gar nicht ab. Die Wunde ist nach Tagen noch nicht verschlossen. Es bildet sich ein Belag, dann eine Entzündung. Die Wunde wird grösser. ihre Umgebung rot und warm. Sie schwillt an und tut noch mehr weh.»

Höchste Zeit, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, oder? «Lieber früher als später. Die meisten doktern zu lange selber herum. Sie haben das Gefühl, die Wunde heile schon, wenn man sie an die Luft hält. Falsch. Das Problem liegt in der Schwäche des Venensystems. Darum mein Rat: Die Wunde unbedingt dem Hausarzt zeigen oder zu mir und meinen Berufskollegen kommen. Auch der Drogist oder Apotheker kann ein erster Ansprechpartner sein, der solche Patienten an die richtige Stelle verweist. Zu viel Geduld ist auf jeden Fall nicht ratsam. Eine Wunde, die nach spätestens sechs Wochen nicht abgeheilt ist, sollte einer Fachperson gezeigt werden.»

Wie behandelt man solche Wunden?

Wie behandelt man solche Wunden? «Wenn ich venöse Ulzera beurteilt habe, reinige ich sie samt umliegender Hautpartie. Je nach Situation kommen Wundfüller und Wundauflagen zum Einsatz. Weil das ganze Gewebe am Bein oft gestaut und darum auch sehr empfindlich ist, lege ich im Anschluss einen Zweilagen-Kompressionsverband an, denn Druck unterstützt die Heilung. Das ist ganz entscheidend. Erst später – wenn die Heilung gut voranschreitet – stelle ich auf einen Kompressionsstrumpf um. Mit geeigneten Anziehhilfen und einer guten Instruktion können die meisten Patienten solche Strümpfe selber anziehen. Falls nicht, helfen Angehörige oder die Spitex.» Warum ist Druck so wichtig? «Der Druck von aussen wirkt entspannend und entstauend. Er unterstützt nicht nur den Rückfluss des venösen Blutes zum Herzen, sondern auch den Abtransport von Lymphflüssigkeit. Das Bein wird schlanker. Die Wunde kann abheilen.»

Vorbeugen mit Pflege und Kompression

Wer vorbeugen möchte, ist mit Pflege und Kompression auf dem richtigen Weg. Renata Furrer: «Beinpflege bedeutet nicht nur waschen. Die Haut an den Beinen muss eingecremt werden. Unterstützt man die nachlassende Venenfunktion zusätzlich mit Kompressionsstrümpfen, ist das eine gute Prophylaxe. Ich selber trage Kompressionsstrümpfe gern, weil sie meine Beine besonders an langen Arbeitstagen spürbar leichter machen. Und im Gegensatz zu früher sehen sie heute auch gut aus, sie sind top modern, und es gibt sie in diversen Farben.»

Das kann der Strumpf

SIGVARIS ULCER X ist ein Kompressionsstrumpf-System, das bei venösen Ulzera als Alternative zu Bandagen eingesetzt werden kann. Es besteht aus einem Unterziehstrumpf, der die Wundauflage Tag und Nacht fixiert. Der Überziehstrumpf wird nur tagsüber getragen. Er unterstützt die Abheilung. Das Set bietet folgende Vorteile:

  • Ohne fremde Hilfe leicht anzuziehen.
  • Angenehm und unauffällig zu tragen, auch in Schuhen.
  • Auch nachts kein unangenehmes Druckempfinden, da nur der patentierte Unterziehstrumpf getragen wird. Der Unterziehstrumpf fixiert beim Schlafen die Wundauflage.
  • Keine Beeinträchtigung der Wunde – weder beim Anziehen noch beim Ausziehen.

Haben Sie Fragen zum ULCER X? Wir sind für Sie da:

SIGVARIS AG
Gröblistrasse 8
9014 St. Gallen
info@sigvaris.ch, www.sigvaris.ch