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Das ist ein Wunder

Herzrasen, Schmerzen in der Brust, Schwächeattacken. In solchen Fällen müssen die Alarmglocken läuten, wie unsere beispielhafte Fallgeschichte zeigt.

Herzinfarkt

Man könnte meinen, er übertreibe masslos. Aber nur im ersten Moment. Denn sobald man seine ganze Geschichte erfährt, wird ohne Weiteres klar, was dieser Patient mit dem grossen Wort «Wunder» meint. Dass er nicht namentlich erwähnt werden möchte, können wir ihm verzeihen. Die Sprechstunde sei so bekannt, dass ganz bestimmt viele von seinen Kunden zu Tode erschrecken würden, wenn sie erfahren, dass er wegen Herzrhythmusstörungen, genauer Vorhofflimmern, einmal sogar das Bewusstsein verloren hat.

Doch lassen wir ihn schön der Reihe nach erzählen. Beim Einschlafen habe er eines Tages plötzlich ein starkes Herzklopfen gespürt – etwas, das er vorher nie gekannt habe. Dann seien Schmerzen in der Magengegend aufgetreten und ein wildes Hämmern und Klopfen in den Beinen. Sogar das Atmen sei ihm immer schwerer gefallen. Am Flughafen habe er auf einer Geschäftsreise sogar einmal das Bewusstsein verloren. Zu Hause habe er sich so schwach gefühlt, dass selbst alltägliche Verrichtungen wie Autofahren und Treppensteigen unmöglich wurden. «Alle paar Stufen musste ich stehen bleiben. Und nicht mal mehr die Einkaufs­taschen konnte ich tragen.» Ein Riesenschock sei das für ihn gewesen.

Diagnose Vorhofflimmern

Konsultation beim Hausarzt, Diagnose Vorhofflimmern, Blutverdünnung, Überweisung an das Waidspital, wo herkömmliche Behandlungsversuche, die Herzrhythmusstörung zu unterbinden, keinen Erfolg hatten. Im Gegenteil, dem Patienten ging es immer schlechter. Zuweisung ans Universitäre Herzzentrum Zürich. Dort nahm das Wunder seinen Lauf. PD Dr. Jan Steffel habe ihm eine Ablation vorgeschlagen und alles genau erklärt. «Zum ersten Mal habe ich verstanden, was mit mir los ist, und was man bei diesem Eingriff im Herzkatheterlabor wirklich macht.» Der zweistündige Eingriff sei völlig problemlos verlaufen. «Auf den Monitoren konnte ich alles sehen und miterleben. Das war eine ganz tolle Sache, alles ging hoch professionell und super elegant zu und her. Ich war total überrascht. Ich hätte mir das nie so vorgestellt.»

Ich stand auf und war gesund

Noch mehr ins Staunen kam unser Patient am Tag nach dem Eingriff. «Ich stand auf und war gesund! Bereits am folgenden Tag konnte ich nach Hause. Dabei hatte ich mich schon auf einen mehrwöchigen Spitalaufenthalt eingestellt. Ich konnte es kaum glauben, hatte eine riesige Freude und dachte an ein Wunder.»

Der Eingriff liegt inzwischen ein paar Monate zurück. Die schrecklichen Episoden von Vorhofflimmern sind dank der Ablation komplett verschwunden. Heute fühlt er sich so gut wie nie zuvor. Wenn er von seiner Behandlung spricht, kommt er ins Schwärmen: «Ich dachte immer, man müsse mir das Herz aufschneiden. Dass man Vorhofflimmern mit einem intelligenten Katheter stoppen kann, hat mich total überrascht. Und dann dieser tolle Umgang mit den Patienten, beim Vorgespräch und bei der Behandlung selber. Ein Riesenkompliment ans Unispital und an diese gewaltige Kathetertechnik. Ich habe heute ein ganz anderes Verhältnis zu Ärzten, Spitälern und überhaupt zum Gesundheitswesen.»

Die Angst vor dem Schlaganfall

Vorhofflimmern wird unterschätzt. Jeder zweite Betroffene merkt nichts davon. In der Schweiz rechnet man mit rund 100 000 Patienten. Die Sterberate von Menschen mit Vorhofflimmern ist doppelt so hoch wie bei Gesunden. Rund jeder vierte Schlaganfall wird durch Vorhofflimmern verursacht.

Ein leicht zu erkennender Hinweis auf Vorhofflimmern ist ein unregelmässiger Puls. Begleitsymptome sind Herzklopfen, Schmerzen in der Brust, Unwohlsein, Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl und sogar Bewusstlosigkeit. Vorhofflimmern kann aber auch weitgehend unbemerkt verlaufen, so dass es ohne Vorwarnung zu einem Schlaganfall kommt.

Beim Vorhofflimmern schlagen die Herzvorhöfe viel zu schnell, unregelmässig und unkoordiniert. Ursache ist eine Art elektrisches Gewitter in den Vorkammern des Herzens. Das Hauptrisiko besteht darin, dass sich im Vorhof Blutgerinnsel bilden, die sich ablösen und via Hauptschlagader ins Gehirn gelangen und dort einen Schlaganfall auslösen können. Das ist der Grund, weshalb Patienten mit Vorhofflimmern eine konsequente Blutverdünnung brauchen.

Auch die Rhythmusstörung selber muss behandelt werden. In den letzten Jahren hat sich eine Methode durchgesetzt, die in geübten Händen und sorgfältig ausgewählten Fällen das Grundleiden in 80 bis 90 Prozent dauerhaft eliminiert, die Katheterablation. Dabei werden Verödungslinien um die Lungenvenen herum platziert, so dass die elektrischen Entladungen nicht mehr auf die Vorhöfe übergreifen können.

Vorhofflimmern Experte

 

 

 

 

 

 

PD Dr. med. Jan Steffel, Co-Leiter Rhythmologie, Klinik für Kardiologie Universitäres Herzzentrum Zürich, im Herzkatheterlabor. Hier wurde der Patient behandelt.

 
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