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Den Hunger geniessen

Aeschbacher-Diät Lektion 148. Was im ersten Augenblick überraschend, ja geradezu verwegen klingt, ist der goldige Schlüssel zum Abnehmen.

Junge Frau denkt an Essen

Für die meisten Menschen ist Hunger eine unangenehme körperliche Empfindung, ein Signal, sofort zu essen. Doch ist es richtig, jedem Hungergefühl gleich nachzugeben? Wir meinen entschieden nein. Vielleicht haben wir uns seit unserer frühesten Kindheit daran gewöhnt, alle paar Stunden Nahrung zu uns zu nehmen. Doch wer dem Hunger stets augenblicklich erliegt, wird nie in der Lage sein, einen halben Tag ohne Essen auszuhalten. Schlimmer noch, er schafft es nie und nimmer abzunehmen. Und er verpasst das Leistungshoch und das Glücksgefühl, die sich bei Nüchternheit einstellen.

Nüchtern erbringt man beste Leistungen

Wie bitte, Leistungshoch und Glücksgefühl? Genau, so ist es. Nüchtern erbringt man die besten Leistungen. Ein voller Bauch studiert nicht gern, sagt ein Lateinisches Sprichwort. Essen und verdauen machen träge. Die Müdigkeit, die sich nach einem üppigen Mittagessen einstellt, kommt nicht von ungefähr.

Wenn wir Hunger verspüren, werden vom Gehirn eine Reihe von Stresshormonen ausgeschüttet, die uns antreiben. Gleichzeitig werden auch stimmungsaufhellende Hormone und körpereigene Opioide gebildet. Das machen sich Menschen seit Jahrtausenden beim Fasten zunutze. So wusste auch Jesus, dass intermittierendes Fasten den Geist erfrischt und den Körper verjüngt. Hunger verbessert die Lernfähigkeit und das Gedächtnis, weil die Gehirnzellen dazu gezwungen werden, neue Kontakte untereinander zu knüpfen. Evolutionsbiologisch macht es absolut Sinn, dass man nüchtern besser lernen kann als im satten Zustand, um neue Nahrungsquellen zu erschliessen. Experimente mit Mäusen und Affen haben zudem bewiesen, dass eine dauerhaft reduzierte Kalorienzufuhr chronischen Krankheiten vorbeugt und das Leben deutlich verlängert.

Längere Phasen der Nüchternheit erleichtern das Abnehmen

Längere Phasen der Nüchternheit erleichtern das Abnehmen und helfen der Gesundheit enorm:  Ein tiefer Blutzucker- und Insulinspiegel, weniger Entzündungen, weniger Zellschäden durch freie Radikale, Abbau von Fettpolstern, normalisierter Blutdruck, weniger schlechtes Cholesterin sowie bessere Herzgesundheit. Deshalb heisst es von jetzt an: Immer, wenn Sie Hunger verspüren, geniessen Sie ihn noch ein wenig und denken Sie an seine verjüngende Wirkung.

So geht’s:

  • Lange Phasen der Nüchternheit sind die beste Voraussetzung, um erfolgreich abzunehmen.
  • Hunger auszuhalten oder sogar zu geniessen kann man lernen.
  • Wichtig dazu sind eine oder zwei sehr gut sättigende, ausgewogene Mahlzeiten mit viel Eiweiss und einem hohen Faser- und Wasseranteil ohne schnell resorbierbare Kohlenhydrate.
  • Ein wesentlicher Auslöser von Hunger beziehungsweise Heisshunger sind stark schwankende Blutzuckerspiegel.
  • Alle schnellen Zucker sind deshalb zu meiden und die Kohlenhydrate insgesamt zu beschränken.
  • Regelmässige nüchterne Phasen stimulieren die Produktion des Wachstumshormons, das bei der Reparatur von Zellen, beim Fettabbau und dem Muskelaufbau eine Schlüsselrolle spielt.
  • Längere Nüchternheit und zeitweises Fasten haben vielfältigste, positive Auswirkungen auf die Gesundheit.
  • Die Fettverbrennung springt an, der Bewegungsdrang nimmt zu. Beste Voraussetzungen, um dauerhaft abzunehmen.
  • Die Blutzucker-, Cholesterin- und Blutdruckwerte verbessern sich. Es kommt zu einem Rückgang der für Übergewicht typischen Entzündung. Sogar das Fett in der Leber nimmt ab.
  • Wer pro Tag nur noch eine oder zwei Mahlzeiten zu sich nimmt, dem fällt es viel leichter, die Kalorien aus dem Kopf zu verbannen und die Fixierung aufs Essen zu durchbrechen.
  • Achtung: Völlig falsch wären eine starke, anhaltende Reduktion der Nahrungszufuhr und längeres Fasten. Schon nach einem Tag schaltet der Körper auf den verhängnisvollen Hungerstoffwechsel um.

Fazit:

Regelmässige, längere Phasen der Nüchternheit sind beim Abnehmen und überhaupt für die Gesundheit sogar noch wichtiger als die Zusammensetzung der Mahlzeiten, weil sie mit einer geringeren Kalorienaufnahme einhergehen und den Stoffwechsel, die Bauchspeicheldrüse und die Leber entlasten und im Gehirn Lerneffekte und einen starken Bewegungsdrang auslösen. Geniessen Sie deshalb nicht nur das Essen, sondern auch den Hunger!

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