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Der vergessene Hautkrebs

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Heller Hautkrebs ist viel häufiger als das Melanom. Trotzdem spricht kaum jemand davon. Lesen Sie, wer am meisten gefährdet ist und wie man sich am besten schützt.

Jeder spricht vom Melanom. Dabei kommt der helle Hautkrebs zehnmal häufiger vor. Er betrifft vor allem Menschen über 60, zunehmend aber auch jüngere Leute. Das Risiko, im Verlauf des Lebens irgendeine Form von hellem Hautkrebs zu bekommen, beträgt schon heute mindestens eins zu sieben. In den nächsten Jahren gehen die Hautärzte von einer weiteren starken Zunahme aus, weil sich das veränderte Freizeitverhalten mit erhöhter Sonnenexposition und der Solarienboom erst verzögert auswirken. Gefährdet sind vor allem Hellhäutige, Männer etwas häufiger als Frauen, die sich beruflich oder in der Freizeit viel im Freien aufhalten. Mit 40 hat bereits die Hälfte von ihnen eine Frühform. Deshalb ist es sinnvoll, die Haut regelmässig auf Veränderungen zu überprüfen.

Der helle Hautkrebs entsteht fast immer auf sonnengeschädigter Haut. Durch die tägliche Belastung der unbedeckten Haut im Gesicht, am Hals, auf den Handrücken und bei Glatzenträgern am Kopf entstehen rötliche Flecken mit typisch rauer Oberfläche, die sich wie Sandpapier anfühlt. Der medizinische Begriff für diese Veränderungen lautet aktinische Keratose, was übersetzt lichtbedingte Verhornung bedeutet. Es handelt sich dabei um eine zunächst ungefährliche, frühe Form von hellem Hautkrebs, die unbehandelt über Monate und Jahre in die Tiefe wachsen und sich zu bösartigem Hautkrebs, dem Spinaliom entwickeln kann.

Solche Krebsfrühformen werden gerne bagatellisiert und als kosmetisches Pro­blem oder Alterserscheinung abgetan. Dabei sollte man sie auf jeden Fall ernst nehmen. Ein kritischer Blick in den Spiegel offenbart den Gesundheitszustand der Haut. Oft können die Veränderungen an den Sonnenterrassen – Nasenrücken, Stirne, Jochbogen, Glatze, Ohren – leichter gefühlt als gesehen werden.

Unter dem Begriff heller Hautkrebs werden nicht nur diese aktinischen Keratosen und das daraus entstehende Plattenepithelkarzinom, das Spinaliom, sondern auch der Basalzellkrebs oder Basaliom zusammengefasst. Der Basalzellkrebs zeigt sich als hautfarbenes oder rötlich-braunes Knötchen, das oft zentrale Krusten bildet und bluten kann. Er wächst langsam über Monate bis Jahre, weshalb er von vielen Menschen lange Zeit nicht ernst genommen wird. Er bildet zwar keine Ableger, doch er frisst sich langsam durch die Haut und macht auch vor darunterliegenden Knochen nicht halt, wenn er nicht rechtzeitig behandelt wird. Wird das Basaliom in einem frühen Stadium entfernt, ist die Behandlung einfach, und die Heilungschancen sind sehr gut.

Das Spinaliom, welches sich aus einer aktinischen Keratose, also auf durch die Sonne geschädigter Haut entwickelt, wächst warzenartig und bildet gelegentlich auch Geschwüre. Ab einer bestimmten Grösse kann es auch Metastasen bilden. Im Frühstadium entdeckt, ist die Prognose jedoch ebenfalls sehr günstig.

Für die Behandlung von hellem Hautkrebs stehen heute neben der Chirurgie, die Narben hinterlässt, eine ganze Reihe von wirksamen und schonenden Verfahren zur Verfügung. Bei der Kryochirurgie wird das Tumorgewebe mittels Kälte durch flüssigen Stickstoff zerstört, hinterlässt jedoch meist eine sichtbare Veränderung der Hautpigmentierung. Eine bewährte Behandlungsform ist die photodynamische Therapie. Eine lichtsensibilisierende Substanz wird dabei auf den Hautkrebs gestrichen und wenige Stunden später wird die betreffende Stelle belichtet. Die Folge ist eine gezielte Zerstörung der veränderten Zellen durch eine photochemische Reaktion. Vorteile sind die praktisch narbenfreie Abheilung,  das überzeugende kosmetische Resultat und die Behandlung an einem einzigen Tag. Für oberflächliche Hautkrebsformen kann auch eine Behandlung mit speziellen Cremen oder Gels helfen.

Der helle Hautkrebs ist nicht bloss die Quittung für unvernünftiges Sonnenbaden am Strand oder in den Bergen, sondern Folge der tagtäglichen Bestrahlung mit UV-Licht, besonders bei hellhäutigen Menschen. Er manifestiert sich, wenn das UV-Konto der Haut voll und die Reparaturmechanismen der Haut überfordert sind. Deshalb heisst es, sich schützen, und zwar auch im Alltag und das ganzjährig. Jede Art von Bräunung kann die Haut schädigen. Gesunde Bräune gibt es nicht, weder im Gesicht noch am Körper. Das gilt auch für den Besuch im Solarium. Mit dem Vorbräunen setzt man sich gesamthaft erhöhter UV-Belastung aus, die zu Hautkrebs führen kann, auch wenn man dadurch einen Sonnenbrand in den Ferien vermeidet.

Wie funktioniert wirksamer Sonnenschutz? Direkte Sonneneinstrahlung meiden, vor allem in der Mittagszeit, lichtdichte Kleider tragen, oder wenn man sich der Sonne aussetzt eine Sonnenschutzcreme mit mittlerem bis hohem Lichtschutzfaktor 25 bis 50+ verwenden. Wichtig ist neben dem Lichtschutzfaktor die richtige Dosierung beim Auftragen. Untersuchungen haben ergeben, dass Anwender weniger als die Hälfte der erforderlichen Menge auftragen und dadurch den effektiven Lichtschutzfaktor um mindestens die Hälfte reduzieren.

 

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sprechstunde_1-2014_Maerz.inddVergleichen Sie allfällige Veränderungen mit den in unserem Hautatlas abgebildeten häufigsten ­Formen von hellem und schwarzem Hautkrebs. Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie einen Verdacht haben oder auch nur unsicher sind. Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto eher ist er heilbar.
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