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Die Angst, dass die Hose platzt

„In meiner Uniform sehe ich aus wie eine Presswurst“, schreibt uns Sandra Sturny aus Schlosswil genervt. Jetzt helfen wir ihr, unter die Marke von 100 Kilo zu kommen.

Sandra Sturny

Ich bin 48 Jahre alt und habe als Personalplanerin bei der Securitas einen sehr stressigen Job. Im September steht mir eine grosse Prüfung als Eidgenössische Fachfrau für Sicherheit und Bewachung bevor. Für die Prüfung muss ich mich mit meinen 107 Kilo in eine Uniform zwängen, die ich schon lange nicht mehr getragen habe. Vor kurzem wollte ich sie probieren. Ich konnte sie zwar noch zumachen, sah aber aus wie eine Presswurst. Bewegen konnte ich mich überhaupt nicht, geschweige mich wohl fühlen. Das hat mich total genervt.

Ich versuche, dieser Angst kein so grosses Gewicht zu geben

Für die Prüfung ist es sehr wichtig, dass ich agil bin und mich hinknien kann, ohne Angst zu haben, dass es meine Hosen verjagt. Das bedeutet, dass ich sicher unter die Marke von 100 Kilo kommen muss. Manchmal macht mir das etwas Angst. Ich bin nicht sicher, ob ich das schaffe. Ich versuche, dieser Angst kein so grosses Gewicht zu geben. Manchmal geht’s recht gut und manchmal eben nicht.

Auf jeden Fall will ich mein Leben verändern. Wenn ich ehrlich bin, sehe ich auf Fotos schrecklich aus. Das macht mich traurig. Auch das werde ich angehen. Ich werde versuchen, mich so zu akzeptieren, wie ich im Moment bin. Es ist nicht gut und nicht schlecht. Es ist einfach so wie es im Moment ist. Ich muss aufhören, mich ständig selber zu bewerten.

Kleine Veränderungen für immer beibehalten

Ich will Schritt für Schritt mit meinen schlechten Gewohnheiten aufhören. Alles aufs Mal hat keinen Sinn. Besser eins ums andere, dafür diese kleinen Veränderungen für immer beibehalten. Bis vor kurzem habe ich jeden Morgen im Auto auf dem Weg zur Arbeit mein „Frühstück“ eingenommen. Zwei Gipfeli und einen Latte Macchiato. Das mache ich nun nicht mehr. Jetzt esse ich morgens nur noch zu Hause, und zwar ein selbst zusammengestelltes Müesli. Ich mache mir einen Tee und nehme ihn in einem Thermobecher mit ins Auto. Ebenfalls nehme ich meinen Shake mit, damit ich das Mittagessen ersetzen kann. Abends esse ich mit meinen Kindern. Es gibt immer Gemüse, mal mit und oft auch ohne Fleisch. Nach dem Essen gönne ich mir noch einen Kaffee. Manchmal mit einem Güezli oder einem Schöggeli.

Ich freue mich über meine ersten Erfolge

Was die Bewegung angeht, bin ich noch nicht ganz optimal unterwegs. Es kostet mich enorme Überwindung, nach neun bis zehn Stunden Arbeit noch mit Freude einen Spaziergang zu machen, damit ich die 10’000 Schritte erreiche. Nichts desto trotz habe ich in der ersten Woche schon etwas Gewicht verloren. Die Freude war gross, und somit auch die Motivation. Letzte Woche war ich krank, habe Grippemedis genommen und mich kaum bewegt. Leider habe ich in dieser Woche nicht abgenommen. Ich gebe zu, dass ich etwas enttäuscht war. Wenn ich dann aber wieder ans Buch denke, muss ich mich an der Nase nehmen. Ich will mich nicht verrückt machen lassen, und die Waage darf mich nicht dirigieren. Ich freue mich immer noch über meine ersten Erfolge und fahre weiter mit meinen kleinen Veränderungen.