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Die Geheimwaffe Thermogenese

Aeschbacher-Diät Lektion 168. Kann man den Kalorienbrauch ankurbeln? Man kann, wenn man weiss wie. Entscheidend ist, wie viel Wärme Sie den ganzen Tag über produzieren.

Thermischer Effekt

Die Wärmebildung des Körpers oder mit dem Fachausdruck Thermogenese ist der absolute Geheimtipp zum Abnehmen. Leider kennen ihn nur die wenigsten und können ihn daher auch nicht voll oder überhaupt nicht nutzen. Dabei produziert der Körper auf ganz verschiedene Arten Wärme. Allen gemeinsam ist, dass dabei Kalorien verbrannt werden, also genau das, was es zum Abnehmen unbedingt braucht.

Kalorienverbrauch kann Mehrfaches des Grundumsatzes erreichen

Da ist einmal die muskuläre Thermogenese. Gemeint ist die Bildung von Wärme bei körperlicher Arbeit, beim Sport, aber auch, wenn wir vor Kälte zittern. Der Wirkungsgrad der Muskulatur beträgt nur gerade mal 20 Prozent. Das heisst: Bei körperlicher Arbeit oder bei Bewegung und Sport wird der grösste Teil der eingesetzten Energie in Wärme umgesetzt. Abgeleitet wird diese Wärme durch Schwitzen. Ist die Umgebung kalt, wird die Muskulatur zur Wärmeproduktion stärker angespannt, ohne dass wir das merken. Eine Steigerung ist das Kältezittern. Die Produktion von Wärme und damit der Kalorienverbrauch können dabei ein Mehrfaches des Grundumsatzes erreichen.

Eiweiss bester Verbündeter im Kampf gegen Übergewicht

Dann gibt es die postprandiale Thermogenese. Das ist jene Wärme, die beim Verdauen nach einer Mahlzeit über mehrere Stunden frei wird. Wie viele Kalorien beim Verdauungsprozess gerade wieder verbrannt werden, hängt stark von der Zusammensetzung der Nahrung ab. Bei Fetten werden nur gerade mal 2 Prozent ihres Energiegehaltes in Wärme umgewandelt, bei Kohlenhydraten sind es um die 10 Prozent und bei Proteinen 20 bis 30 Prozent. Das ist einer der wichtigsten Gründe, weshalb Eiweisse der beste Verbündete im Kampf gegen das Übergewicht sind.

Mehrverbrauch von 100 bis 200 Kilokalorien in 24 Stunden

In verschiedenen Studien konnte man zeigen, dass unter einer eiweissreichen Ernährung der Kalorienverbrauch pro Tag um 5 bis 12 Prozent steigt. Auf 24 Stunden gesehen macht das einen Mehrverbrauch von 100 bis 200 Kilokalorien aus. Solche Unterschiede entscheiden am Ende des Tages über dick oder dünn. Der Eiweiss-Effekt auf den Kalorienverbrauch hält übrigens weit über die Phase der Gewichtsabnahme hinaus an. Unter eiweissreicher Kost sinkt der Ruheumsatz nach einer Diät weit weniger stark ab als unter einer kohlenhydratreichen Ernährung. Das kann entscheidend sein, wenn man das Gewicht halten will.

Kommen wir zu einer dritten Art der Wärmeproduktion, die es in sich hat. Wir nennen sie Turbo-Thermogenese, ausgelöst durch eine scharfe, durchblutungsfördernde Mahlzeit. Wir verspüren ein Gefühl der Hitze. Manchen rinnen sogar die Schweissperlen von der Stirn, wieder andere schwitzen am ganzen Kopf. Diese Reaktionen, ausgelöst durch so genannte Neuropeptide in der Nahrung, verbrennen jede Menge Kalorien.

So geht’s:

  • Jede Form von muskulärer Tätigkeit, sei es bei der Arbeit oder in der Freizeit, setzt Wärme frei und verbrennt Kalorien. Das ist einer der Gründe, weshalb unruhige Menschen nur selten dick sind.
  • Bewegen Sie sich also bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Jede Minute, die Sie nicht mit Sitzen verbringen, ist eine gewonnene Minute.
  • Produzieren Sie mehr Wärme und verbrennen Sie schon beim Essen einen Haufen Kalorien, indem Sie mehr Eiweiss in Ihre Ernährung einbauen und den Kohlenhydratanteil stark reduzieren.
  • Zur Verdauung und Verstoffwechselung von Eiweiss müssen nämlich 20 bis 30 Prozent des Energiegehaltes sofort wieder verbrannt werden.
  • Diese sogenannte postprandiale Thermogenese erhöht den Grundumsatz für mehrere Stunden.
  • Eiweisse sind nicht nur die besten Sattmacher, sondern auch die wirksamsten „Fatburner“.
  • Besonders am Abend lohnt es sich, vor allem auf Eiweiss und reichlich Nahrungsfasern in Form von Gemüse, Früchten und Salat etc. statt auf Kohlenhydrate zu setzen.
  • Scharfe Speisen haben einen thermischen Effekt. Kalorien werden vermehrt in Wärme umgewandelt, das heisst verbrannt.
  • Die Produktion von Wärme und der vermehrte Schweiss leiten die Hitze ab, was der Körper als angehnehme Kühlung wahrnimmt.
  • Testpersonen, die vor dem Essen einen scharfen Tomatensaft trinken, haben beim Hauptgang weniger Appetit und greifen zu Speisen mit geringerer Energiedichte.
  • Menschen, die scharf essen, nehmen deutlich weniger Kalorien zu sich.
  • Wenn Sie jede Mahlzeit pikant gestalten, können Sie Ihren Kalorienverbrauch um mindestens zehn Prozent steigern.

Fazit:

Produzieren Sie mehr menschliche Wärme, im wahrsten Sinn des Wortes. Das freut nicht nur Ihre Mitmenschen, sondern auch Ihre Figur und Ihre Gesundheit. Sie können das auf drei Arten tun: Mit mehr Muskelarbeit, mit mehr Eiweiss und mit mehr scharfen Speisen.

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