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Die Sache mit der Prostata

Wenn das Wasserlassen nicht mehr richtig geht und gewöhnliche Therapien nicht mehr helfen, muss operiert werden. Urologe Dr. Christoph Kraft sagt, wie man das heute am besten macht.

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«Die Prostata ist wie eine Wundertüte», sagt Dr. Christoph Kraft von der Praxis für Urologie in Olten. Er ist Belegarzt bei den Pallas Kliniken und operiert jede Woche mehrere Patienten. Es sind Männer, bei denen die Prostata gutartig vergrössert ist. Und trotzdem: «Man weiss nie ganz genau, wie viel die Vorsteherdrüse mit den Jahren wächst, und man weiss ebenso wenig, wie sich ihr Wachstum aufs Wasserlösen auswirkt. Es gibt Männer, die mit einer pfirsichgrossen Prostata auf der Toilette keine Probleme haben. Umgekehrt kann eine kastanienkleine Prostata die Harnröhre derart verengen, dass sie zur Urinbremse wird. Bei den Spiegelungen habe ich schon alles gesehen.»

Zuerst mit konventionellen Methoden behandeln

Eine eindeutige Regel zur Behandlung gibt es nicht. Prostata-Probleme müssen bei jedem Mann individuell angeschaut und ebenso individuell behandelt werden. «Wenn jemand schildert, beim Wasserlösen sei es auch schon besser gegangen, versuche ich zuerst, ihn mit konventionellen Methoden zu behandeln. Dazu gehört die Phytotherapie mit Sägepalmen- oder Kürbiskernextrakt. Dann gibt es aus pharmakologischer Sicht die Alphablocker, die den Widerstand am Blasenhals reduzieren und so das Wasserlassen erleichtern. Demgegenüber verbessern Alphareduktasehemmer den Urindurchlauf, indem sie das Volumen der Prostata reduzieren. Bei grösseren Vorsteherdrüsen um bis zu einem Drittel. Doch es braucht ein wenig Geduld, denn der maximale Effekt tritt erst nach sechs Monaten ein.»

Keine grösseren Probleme mit Greenlight-Laser

Erst wenn alle medikamentösen Therapien nicht helfen, muss eine Operation in Betracht gezogen werden. Mögliche Gefahren heissen Inkontinenz und Impotenz, und zwar in unterschiedlicher Ausprägung. Auch, wenn mit dem schonenden Greenlight-Laser, der das störende Gewebe zielgenau entfernt, gearbeitet wird? Dr. Kraft: «Mit dem Greenlight-Laser sind keine grösseren Probleme aufgetreten. Ich mache zwei solcher Eingriffe pro Woche, und das seit ungefähr zweieinhalb Jahren. Die Rückmeldungen der Männer sind sehr positiv. Das Gute am Greenlight-Laser: Überschüssiges Gewebe wird nicht herausgeschnitten, sondern mit dem grünen Laserstrahl verdampft. So entsteht kein Abfallprodukt in der Harnröhre. Auch gibt es so gut wie keine Blutungen, denn die Blutgefässe werden durch die Hitze des Lasers verödet. Das wirkt sich vorteilhaft auf die Nachbehandlung aus. Während nach einer normalen Prostata-Resektion das Blut während dreier Tage herausgespült werden muss, ist bei der Greenlight-Behandlung die Spülung bereits nach sieben bis acht Stunden fertig.»

Auswirkungen auf Samenerguss möglich

Etwas müssen die Männer aber vorgängig mit dem Arzt besprechen. Dr. Kraft: «Jede Prostata-Operation kann Auswirkungen auf den Samenerguss haben. Erektion und Orgasmus sind meist genauso wie vor der Operation, doch das Ejakulat spritzt häufig nach hinten und wird in der Blase aufgefangen. Erst beim nächsten Wasserlassen tritt es aus. Bei der Greenlight-Laser-Methode kann ich diese Fehlleitung teilweise vermeiden, so dass zumindest ein Teil des Samenergusses den gewohnten Weg geht.»

Dr. med. Christoph Kraft

Vortrag nicht verpassen

Dr. med. Christoph Kraft, Facharzt FMH für Urologie, spricht über die gutartige Prostata-Vergrösserung und die Greenlight-Laser-Behandlung. Er beantwortet in der anschliessenden Diskussion alle Ihre Fragen.

Datum: Montag, 3. April 2017

Zeit: 18.30 Uhr

Ort:  Hotel Arte, Riggenbachstrasse 10, 4600 Olten

Anmeldung: kostenlos über www.pallas-kliniken.ch oder Tel. 058 335 00 00