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Die Smoothie-Lüge

Aeschbacher-Diät Lektion 132. Sind Smoothies Abnehmwunder? Nie und nimmer. Im Gegenteil. Die Trendgetränke täuschen unser Sättigungsgefühl und erweisen sich schnell einmal als Reinfall.

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Halb Hollywood isst das Gemüse nicht mehr, sondern steckt es in den Mixer und schlürft Salat, Spinat, Gurken, Avocado oder das Blattgrün von Rüben und Randen. Für die süsse Note sorgen Früchte und Beeren. Die Mixgetränke aus Gemüse und Früchten werden als Schlankmacher und Gesundheitswunder gepriesen. Besonders effektiv ist angeblich der grüne Smoothie, mit dem man das tägliche Frühstück oder eine andere Mahlzeit ersetzen könne. Grüne Smoothies gelten als der Ernährungstrend schlechthin.

Im Gegensatz zu einem Fruchtsaft verwendet man für Smoothies ganze Früchte. Um eine cremige oder sämige Note zu erhalten, wird Wasser oder Milch, Joghurt oder Kokosmilch beigemischt. Ein grüner Smoothie besteht aus Blattgemüse, Salaten oder Kräutern, Früchten sowie Wasser. Viele machen Smoothies selber. Doch auch in den Kühlregalen der Supermärkte findet man die bunten Fläschchen, sei es in Gelb, Rot, Orange oder Grün.

Kein Saft kann Fettzellen zum Schmelzen bringen

Was ist davon zu halten? Etwas sei vorweg gesagt, und das in aller Klarheit: Kein Saft kann Fettzellen zum Schmelzen bringen. Und es gibt nichts, das die Fettverbrennung ankurbeln würde. Das sind nur leere Versprechen und dumme Behauptungen. Fettverbrennung gibt es nicht zum Nulltarif – und wird es nie geben.

Das grösste Problem bei Smoothies ist folgendes: Man konsumiert sie wie ein Getränk, obwohl es sich hinsichtlich Nährwert und Kalorien viel eher um eine Mahlzeit handelt. Dennoch ist der Sättigungseffekt gering und hält nicht lange an. Festes Obst, Gemüse und Salate müssen gekaut werden. Das Essen dauert länger. Im Magen werden durch das grössere Volumen Dehnungsreize und Sättigungssignale ausgelöst. Die Verweildauer im Magen ist beträchtlich. Die Entleerung in den Dünndarm und die anschliessende Resorption der Nährstoffe erfolgt nur ganz allmählich, das heisst über Stunden. Entsprechend langsam und lang anhaltend ist der Blutzuckeranstieg. Blutzuckerspitzen gibt es nicht.

Nichts zum Kauen, kaum etwas zum Verdauen

Ganz anders bei Flüssigkeiten wie Frucht- und Gemüsesäften oder auch Smoothies. Man hat nichts zum Kauen und kaum etwas zum Verdauen. Der Mixer übernimmt das alles. Man setzt sich nicht hin. Das Gefühl, etwas gegessen zu haben, fehlt völlig. Die Magenentleerung geht überstürzt. Oder die Flüssigkeit wandert sogar direkt in den Dünndarm, wo der Fruchtzucker und alle anderen Zucker schnell resorbiert werden. Denkbar schlechte Voraussetzungen für eine anhaltende Sättigung.

Alles in allem: Festes Obst, Gemüse, Salate, Kräuter etc. macht bei gleicher Kalorienmenge besser und vor allem viel länger satt als jeder Smoothie. Beim Abnehmen macht es deshalb keinen Sinn, auf Smoothies zu setzen. Im Gegenteil. Wer Smoothies als Ersatz für das Frühstück oder sogar als Zwischenmahlzeit einsetzt, wird seine blauen Wunder erleben. Lieber sollte man direkt in den Apfel oder ins Rüebli beissen.

Körper für grössere Mengen Fruchtzucker nicht eingestellt

Noch ein Wort zum Fruchtzucker. Er ist längst nicht so gesund, wie immer wieder behauptet oder in der Werbung suggeriert wird. Fruchtzucker aus ganzen Früchten geht völlig in Ordnung. Durch das Trinken von Fruchtsäften und Smoothies nimmt man hingegen Fructose-Mengen zu sich, die man mit Früchten niemals erreicht. Doch für grössere Mengen ist unser Körper in keiner Weise eingestellt. Fruchtzucker hat auf den menschlichen Stoffwechsel einen viel negativeren Einfluss und regt die Fettproduktion im Körper viel mehr an als etwa Haushaltzucker. Hoher Fructose-Konsum führt zu einem grösseren Bauchumfang, erhöhtem Blutdruck, schlechteren Blutfettwerten sowie zu einem erhöhten Risiko für Diabetes und Herzkreislauferkrankungen. Das hat man lange völlig unterschätzt und ist mittlerweile eindeutig bewiesen.

So geht’s:

  • Hin und wieder ein Smoothie mag etwas Köstliches sein, so wie viele andere Leckereien auch.
  • Doch zum Abnehmen sind Smoothies definitiv nicht geeignet. Ganz verheerend sind mehrtägige Smoothie-Diäten.
  • Smoothies sind nichts für Menschen, die achtsam und genussvoll essen und abnehmen wollten. Viel eher entstammen sie der Convenience- und Fastfood-Welt.
  • Ein Smoothie ist schon gar nicht zum Durstlöschen geeignet. Und auch kein Ersatz für Obst und Gemüse. Das komplette Sortiment an Früchten und Gemüse wird durch Smoothies nicht abgedeckt.
  • Essen Sie Obst, Gemüse und Salate in ihrer ursprünglichen Form und trinken Sie kalorienfreie Getränke. Denn Smoothies sind Süssigkeiten.
  • Oft enthalten Smoothies mehr Kalorien als beispielsweise ein Cola. Wer Smoothies trinkt, hat schnell einmal zu viele Kalorien beisammen.
  • Wer regelmässig Smoothies konsumiert, erreicht ohne weiteres Fruchtzucker-Mengen, die dick machen. Bei einer hohen Zufuhr wird der Fruchtzucker direkt in Fett umgewandelt. Zudem steigert Fruchtzucker die Einlagerung von Fett aus der Nahrung.
  • Die Aufnahme von Fruchtzucker führt zu einem geringen Sättigungsgefühl, da eine Insulin-Ausschüttung unterbleibt und Insulin zu den Sättigungshormonen gehört.
  • Der Fruchtzucker täuscht demnach unser Sättigungsgefühl. Wir fühlen uns nicht satt, obwohl wir längst genügend Kalorien aufgenommen haben.
  • Ganz abzuraten ist von gekauften Smoothies. Viele fertige Soft-Getränke entpuppen sich als Fruchtzucker- und Konservierungsmittel-Fallen.
  • Wer auf einen Smoothie dennoch nicht verzichten möchte, setzt bei den Zutaten mehr auf Grün und weniger auf Obst. Die besten Zutaten sind grünes Blattgemüse, Garten- und Wildkräuter.
  • Wasser ist und bleibt das beste Getränk zum Abnehmen. Und das gilt auch als Zutat für die grünen Smoothies.

Fazit:

Ein Smoothie kann gelegentlich ein bis zwei Portionen Obst und Gemüse ersetzen. Zum Abnehmen jedoch ist das frische Original auf jeden Fall besser, weil es voluminöser ist, besser sättigt und einem das Gefühl gibt, wirklich etwas gegessen zu haben.

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