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Direkt zum Ziel

Direkt zur Sache, und das erst noch mit weniger Nebenwirkungen. Dr. Patrick Rein, Urologe aus Heerbrugg, erklärt die Potenzpillen der zweiten Generation.

Reproductive system male - 3d illustration medical concept.

Ist Impotenz – oder vornehmer gesagt – ­erektile Dysfunktion mehr körperlich oder doch mehr psychisch bedingt?

Bei Männern ab 50 sind meistens organische Ursachen der Auslöser. Jedoch kann eine erektile Dysfunktion psychisch sehr belastend sein, für ihn und sie. Bei jüngeren Männern kann ein selbstauferlegter Leistungsdruck eine erektile Dysfunk­tion verursachen. Das ist dann sehr wohl psychisch bedingt.

Was sind die grössten Feinde einer guten Erektion?

Unsere typischen Gesellschaftskrankheiten, das heisst Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen. Durch diese Erkrankungen kommt es zu einer Gefässschädigung in den sehr empfindlichen Penisgefässen. Eine erektile Dysfunktion kann zwei bis drei Jahre vor einem Herzproblem auftreten. Der Penis ist sozusagen «the window to the heart».

Geht Erektion bei Männern 60plus überhaupt noch ohne erektionsfördernde Mittel?

Ja, jedoch leidet ein grosser Teil der Männer ab 60 an erektiler Dysfunktion. Das Altern an sich ist ein unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung einer Erektionsstörung.

Was machen die Potenzpillen genau?

Erektionsfördernde Medikamente verbessern die Durchblutung des Penis.

Passiert dieser vermehrte Bluteinstrom nur im Penis oder auch noch anderswo im Körper?

Diese Medikamente wirken vor allem auf sogenannte PDE-5-Rezeptoren. Diese Rezeptoren kommen überall im Körper vor.

Wie wirkt sich das aus, mit welchen­ Neben­wirkungen muss man rechnen?

Die typischen Nebenwirkungen können je nach Präparat Kopfschmerzen, ein roter Kopf oder eine verstopfte Nase sein. Zudem können Sodbrennen oder Muskelschmerzen auftreten.

In seltenen Fällen kommt es zu einem starken Absinken des Blutdrucks, insbesondere in Kombination mit speziellen Herzmedikamenten, vor allem Nitropräparaten. Ich empfehle deshalb, die erektionsfördernden Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Hausarzt oder dem behandelnden Arzt zu nehmen.

Jetzt gibt es erektionsfördernde Medikamente der zweiten Generation. Welche Vorteile bieten diese?

Die PDE-5-Hemmer der zweiten Generation machen weniger häufig Nebenwirkungen bei gleicher Wirksamkeit. Zudem tritt die Wirkung schneller ein.

Welchen Stellenwert hat der rasche Wirkungseintritt bei den Patienten? Was zählt mehr, der spontane Sex oder der geplante Wochenendsex, den man sich mit langsam wirkenden Pillen einhandelt?

Es gibt verschiedene Präparate. Viele Patienten schätzen den schnellen Wirkungseintritt, andere Männer möchten nur eine Pille nehmen und müssen sich am Wochenende keine Gedanken mehr machen. Das muss individuell mit dem Patienten besprochen werden.

Wie lange hält die Wirkung bei den neusten Medikamenten an? Steht er noch am Morgen danach oder ist dann schon wieder Schluss?

Der Vorteil der neuen Generation ist der rasche Wirkungseintritt. Dennoch zeigt sich eine Wirkungsdauer von bis zu 16 Stunden, so dass auch noch am nächsten Morgen eine Wirkung vorhanden sein kann.

Wie soll man die neuen Mittel dosieren? Schleichend beginnen oder sofort «voll Rohr» geben?

Ich empfehle mit der maximalen Dosierung zu starten. Zeigt sich eine gute Wirkung, kann die Dosis reduziert werden. Jedoch konnte die 16-Stunden-Wirkungsdauer vor allem bei der maximalen Dosis nachgewiesen werden.

Kann die Erektion mit Potenzpillen auch zu viel des Guten werden, das heisst der Verkehr für die Frau schmerzhaft sein?

In Studien konnte gezeigt werden, dass für die Partnerin die Gliedsteifigkeit eine wichtige Rolle spielt. Das heisst, dass der Verkehr für sie befriedigender war. Jedoch kann ein zu trockenes Scheidenmilieu zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bei ihr und ihm führen.

Dr. med. Patrick Rein, Facharzt für Urologie FMH, FEBU, Heerbrugg

 

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