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Eisenmangel macht dick

Aeschbacher-Diät Lektion 76. Eine der häufigsten Gründe, weshalb trotz aller Anstrengungen die Kilos nicht purzeln, ist ein versteckter Eisenmangel, besonders bei Frauen.

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Haben Sie gewusst, dass Eisenmangel nicht nur das Abnehmen erschweren oder verunmöglichen, sondern sogar eine Gewichtszunahme auslösen kann? Wenn jemand es also trotz viel Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung nicht schafft, sein Gewicht zu reduzieren, sollte er unbedingt an Eisenmangel denken und beim Arzt eine entsprechende Abklärung verlangen.

Beim Menschen ist Eisenmangel die häufigste Mangelerscheinung. Vor allem Frauen sind betroffen. Frühe und verstärkte Regelblutungen erhöhen das Risiko. Denken wir daran, dass sich der Zeitpunkt der Menarche seit dem 19. Jahrhundert in Europa um ganze zwei Jahre nach vorne verschoben hat. Diese Entwicklung geht weiter. Durchschnittlich findet die erste Regelblutung jedes Jahrzehnt drei bis vier Monate früher statt. Das heisst, ein junges Mädchen verliert Monat für Monat um Jahre früher Eisen als es in der Menschheitsgeschichte je der Fall war. Und das in einer Zeit, wo für das sich beschleunigende Wachstum mehr Eisen zur Verfügung stehen müsste. Kommt dazu, dass Frauen nördlich der Alpen – wie übrigens die Männer auch – im Schnitt einen ganzen Kopf grösser sind als unsere Vorfahren, ohne dass die Aufnahmefähigkeit von Eisen im Darm sich in dieser Zeit verbessert hätte.

Besonders hoch ist der Eisenbedarf in der Schwangerschaft. Hier steigt er um das Vier- bis Fünffache, in der Spätschwangerschaft sogar auf das Siebenfache. Selbst bei optimaler Ernährung kommt es in jeder Schwangerschaft zu einer negativen Eisenbilanz und zu einer Entleerung der Eisenspeicher. Am ausgeprägtesten ist der Eisenmangel am Ende der Schwangerschaft und unmittelbar nach der Geburt.

Ohne Eisenersatzbehandlung fällt das Eisenspeicherprotein Ferritin in der Schwangerschaft kontinuierlich ab, sodass bei jeder zweiten Frau das Ferritin bei der Geburt unter 15 liegt, einem Wert, wo fast ausnahmslos starke Eisenmangelsymptome auftreten. Ein grosser Teil der so genannten Wochenbettdepressionen rührt vermutlich von Eisenmangel. Leider wird das Ferritin vor, während und nach der Schwangerschaft zu selten gemessen.

Auch Frauen in und nach den Wechseljahren leiden häufig an Eisenmangel. Oft haben sie vor der Menopause starke Blutungen, die mit einem hohen Eisenverlust einhergehen. Die Symptome ähneln stark den Wechseljahrsbeschwerden und werden daher häufig verkannt. Weil Eisenmangel alle motorischen und intellektuellen Funktionen beeinträchtigt oder sogar lähmt, leiden diese Frauen auch regelmässig unter einem Gewichtsanstieg oder haben riesige Mühe beim Abnehmen, schreiben dies jedoch den Wechseljahren zu und glauben, das sei ihr unabwendbares Schicksal.

Häufig tritt Eisenmangel auch bei Menschen auf, die zum Abnehmen eine einseitige Diät machen, das heisst, sich bewusst sehr kalorienarm und oft auch noch komplett fleischarm ernähren. Nahrungsmittel, die Eisen enthalten, werden dann nur noch in sehr begrenztem Rahmen zugeführt. Einseitige Ernährung führt wegen der ohnehin begrenzten Aufnahmefähigkeit des Eisens im Darm unweigerlich zu Eisenmangel. Vielfach merken die Betroffenen aber nicht einmal, dass sie vermehrt müde sind und die körperliche Leistungsfähigkeit zurückgeht, oder sie schreiben das dem Übergewicht zu.

So geht’s:

  • Leitsymptome des Eisenmangels sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit und nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit.
  • Auch der Antrieb kann vermindert sein, und die Lust, etwas zu unternehmen und sich mehr zu bewegen.
  • Oft kommen sogar depressive Gedanken auf. Und auch die sexuelle Energie lässt nach.
  • Meistens entwickeln sich die Beschwerden nur langsam, sodass sie oft lange Zeit übersehen oder der Menopause oder dem Älterwerden zugeschrieben werden.
  • Es lohnt sich deshalb, im Verdachtsfall das Eisenspeicherprotein Ferritin im Blut zu bestimmen.
  • Das gilt ganz besonders bei Menschen, die sich vegetarisch ernähren, bei Frauen nach einer Geburt und nach der Menopause.
  • Das Ferritin widerspiegelt sehr zuverlässig das Gesamtkörpereisen.
  • Ein tiefer Ferritinspiegel im Blut ist immer beweisend für Eisenmangel.
  • Umgekehrt schliesst ein scheinbar normales Ferritin einen Eisenmangel nicht in jedem Fall aus.
  • Ist der Ferritin-Wert tiefer als 15, besteht ganz sicher ein Eisenmangel. Liegt die Ferritinkonzentration zwischen 15 und 30, ist ein Eisenmangel wahrscheinlich.
  • Beträgt das Ferritin zwischen 30 und 100, ist ein Eisenmangel möglich, sofern die Symptome das vermuten lassen.
  • Erst ab einem Ferritin von 100 ist ein Eisenmangel ausgeschlossen.
  • Absolute Werte erlauben oft keine schlüssigen Aussagen. Entscheidend ist der Vergleich von Laborwerten mit den klinischen Symptomen.
  • Sehr hilfreich ist eine Verlaufsbeobachtung. Bessern sich die Symptome mit dem ansteigenden Ferritin-Spiegel, ist die Diagnose klar.

Fazit:

Abnehmen kann man nur mit vollen Eisenspeichern. Die sind in vielen Lebenssituationen aber nur ungenügend gefüllt oder sogar ganz leer. Wer sein Gewicht entweder kaum halten oder nicht reduzieren kann, obwohl er sonst alles richtig macht, sollte unbedingt das Ferritin messen lassen.

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