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Es gibt faire Pornografie

Pornografie sei moderne Sklaverei. So prangert eine Leserin unseren Artikel «Mein Mann guckt heimlich Pornofilmchen» von letzter Woche an.

Man watching erotic movie on computer at night.

Die 55-Jährige aus dem Kanton Zürich schreibt: «Über den Konsum und wie man seine Sexualität anregt, mag man unterschiedlicher Meinung sein – heutzutage. Was ich aber bedenklich finde: Mit diesem Artikel von Frau Schiftan und der Bejahung zu Pornografie (Artikel hier nachlesen) unterstützen Sie Menschenhandel, die moderne Sklaverei unserer Tage! Frauen, Mädchen, die unter grauenvollen Bedingungen gezwungen werden, diese Filme zu drehen. Ich finde dies degutant und menschenverachtend! Und leider ist dies keine Ammenmärchen, sondern Tatsache und ein milliardenschweres Geschäft weltweit. Jammerschade, dass Sie dies unterstützen – es geht ja bei Dr. Stutz um Gesundheit!? Aber anscheinend nur um die Gesundheit der Privilegierten.»

Wir haben Sexualtherapeutin Dania Schiftan mit den Vorwürfen konfrontiert. Hier ist ihre Antwort.

«Liebe Leserin. Sie sprechen einen schwierigen Punkt der Porno-Industrie an. Das ist tatsächlich ein Problem. Ich kann Ihnen aber versichern, dass ich in keiner Weise hinter frauenfeindlichem Verhalten, geschweige denn hinter Sklaverei stehe. Ich kann Sie und auch alle, die gerne Pornofilme anschauen, aber beruhigen: Es gibt tatsächlich Fairtrade-Pornos wie zum Beispiel jene von Autorin Erika Lust. Die gebürtige Schwedin steht für eine neue Bewegung im Erotik-Kino, die all die Leidenschaft, Intimität, Liebe und Lust der Menschen zeigen möchte. Die mehrfach ausgezeichnete Filmemacherin ethisch und ästhetischer Erotikfilme sagt: ‘Ich will Sex zeigen, indem ich den weiblichen Blick in den Mittelpunkt stelle. Die Ästhetik meiner Filme ist ein Genuss für alle Sinne und besonders für die, die eine Alternative zur Mainstream-Pornografie suchen.’ Je mehr Menschen derartige faire Pornos konsumieren, desto weniger Verbreitung finden die von Ihnen angesprochenen Produktionen.»

 

Sex Expertenbild

Ihr direkter Draht

Dania Schiftan ist Dr. phil in Clinical Sexology, Klinische Sexologin ISI, lic. phil, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, Psychotherapie und Sexualtherapie. Sie arbeitet im Zentrum für interdisziplinäre Sexologie und Medizin ZiSMed in Zürich nach der Methode «Sexocorporel» von Jean-Yves Desjardin.

Beratung

Praxis: Minervastrasse 99, 8032 Zürich, Tel. 044 233 30 30, d.schiftan@zismed.chwww.daniaschiftan.ch

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