Grenzen setzen
Sozialpädagogin Margit Heintz. Wie bringe ich mein Kind zum Nichtrauchen?
Etwas sei gleich vorweggenommen: Auch die besten Eltern können keine Nichtraucher «machen». Aber sie können Vorbilder sein und die Voraussetzung dafür schaffen, dass sich ein Kind schon früh eine eigene Meinung über das Rauchen beziehungsweise Nichtrauchen bildet und sich von Kameraden oder der Werbung nicht fremdbestimmen lässt. Eltern dürfen keine falsche Scheu haben, das Thema Rauchen immer wieder offensiv anzusprechen, ihre Autorität zu zeigen und Grenzen zu setzen.
Eltern, die selbst rauchen, denken oft, sie hätten kein Recht, ihrem Sohn oder ihrer Tochter das Rauchen zu verbieten. Auch wenn rauchende Eltern keine guten Vorbilder sind, kommt es umso mehr auf ihre Ehrlichkeit an, wenn sie mit ihren Kindern über das Rauchen sprechen: Warum will ich, dass mein Kind nicht damit anfängt? Würde ich vielleicht lieber heute als morgen das Rauchen aufgeben? Es ist schon mal ein erster, wichtiger Schritt, dass wenigstens die Wohnung rauchfrei bleibt.
Viele Eltern fragen sich, ob Verbote für Teenager in der Pubertät nicht eine Provokation sind und das Gegenteil bewirken können. Klar setzen sich Teenager mit elterlichen Meinungen auch mal kontrovers auseinander. Das gehört dazu. Wenn Eltern deswegen resignieren und gar keinen oder einen vermeintlich lockeren Standpunkt einnehmen, fehlt den Jugendlichen die Reibungsfl äche für die eigene Meinungsbildung. Wenn Eltern eine klar ablehnende Haltung gegenüber dem Rauchen einnehmen, hat das für die Jugendlichen ein ganz grosses Gewicht und einen klaren präventiven Effekt. Das wurde in Studien mehrfach bewiesen. Bleiben Sie mit Ihren Kindern im Gespräch, was auch immer geschieht, auch wenn es gerade daran ist, die ersten Zigaretten auszuprobieren. Vertreten Sie Ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Rauchen klar, bleiben Sie aber auch offen für die Erfahrungen und Meinungen des Kindes.






