Schwangerschaftsstreifen.
Warum das so ist, und was man dagegen tun kann.
Sind Schwangerschaftsstreifen ein Fehler der Natur oder genau das Gegenteil, nämlich nötig für die Schwangerschaft?
Dr. Margaret Hüsler: Bei einer Schwangerschaft passt sich die Haut an die Dehnung des Bauches an. Es entstehen Dehnungsstreifen, sogenannte Striae. Meistens treten diese Streifen nach dem sechsten Schwangerschaftsmonat auf. Über die Hälfte aller Schwangeren bekommt sie. Vor allem an Bauch, Hüften, Gesäss, Oberarmen und Brüsten.
Wie genau entstehen sie?
Die Haut wird über das übliche Mass hinaus gedehnt. Damit diese Dehnung möglich wird, sorgt das Hormon Gestagen für eine Lockerung der elastischen Unterhautfasern, deren Aufbau sich zusätzlich ändert.
Sehen alle Streifen gleich aus?
Während der Schwangerschaft sind die Dehnungsstreifen rötlichblau gefärbt. Nach der Geburt verblasst die Färbung, bis nur noch die gelblich, grau oder weiss glänzenden Streifen sichtbar sind.
Wer ist besonders anfällig?
Frauen mit einer Veranlagung für schwaches Bindegewebe, Frauen mit Striae in der Familie, Frauen, die bereits Striae haben, und Dunkelhäutige sind am meisten gefährdet. Zudem treten Striae bei einer Mehrlingsschwangerschaft, bei der die Haut besonders stark gedehnt wird, bei Übergewicht, zu starker Gewichtszunahme während der Schwangerschaft und bei sehr jungen Schwangeren häufiger auf.
Sind Schwangerschaftsstreifen gefährlich?
Nein, sie sind ungefährlich, jedoch ein kosmetisches Problem.
Was empfehlen Sie Frauen, die vorbeugen möchten?
Studien haben ergeben, dass Frauen weniger Schwangerschaftsstreifen bekamen, wenn sie eine Creme mit spezifi schen Inhaltsstoffen verwendeten. Es ist deshalb sicher sinnvoll, bereits während der Schwangerschaft, so gut es geht, vorzubeugen. Am besten, wenn der Bauch noch nicht an Umfang zugenommen hat. Gut sind Schwimmen und Gymnastik, ausgewogene Ernährung mit viel Vitamin A, C und E, Proteine, Zink und viel Flüssigkeit, nicht übermässige Gewichtszunahme, Massage der Bauchregion oder auch Wechselbaden an Beinen und Oberschenkeln.
Was kann man nachträglich tun, wenn grosse Narben entstanden sind?
Der Schaden an der Haut bleibt, obwohl die Striae mit der Zeit verblassen. Unter Umständen hilft eine Licht- oder eine Lasertherapie.








