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Fürchterliche Schmerzen

Ältere Menschen mit chronischen Krankheiten sind besonders gefährdet, an Herpes Zoster zu erkranken. Eine Impfung könnte viel Leid verhindern.

Shingles on men herpes zoster. Closeup.

Postherpetische Neuralgie wird das chronische Schmerzsyndrom genannt, das Menschen nach einer durchgemachten Gürtelrose fast in den Wahnsinn treiben kann. Die Schmerzen sind oft so schwer beherrschbar, dass der Arzt sogar zu stark wirksamen Opiaten greifen muss.

Herpes Zoster oder Gürtelrose wird durch Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus verursacht, das nach einer akuten Windpockenerkrankung in den Nervenzellen verbleibt. Obwohl die meisten Menschen als Kind Windpocken durchmachen, bekommen nicht alle Herpes Zoster. Das Risiko, im Leben einmal oder sogar mehrfach an Gürtelrose zu erkranken, beträgt rund 25 Prozent. In der Schweiz sind das gemäss Bundesamt für Gesundheit BAG jedes Jahr rund 17’000 Personen. Zwei Drittel sind über 50 Jahre alt. Besonders häufig erkranken Menschen mit chronischen Begleiterkrankungen wie Diabetes, chronisch obstruktiver Bronchitis, Herzkrankheiten oder Depressionen.

Eine grosse Belastung

Lebensgefährlich ist die Krankheit nicht. Am meisten gefürchtet ist die postherpetische Neuralgie. Die Häufigkeit dieser schweren Komplikation nimmt mit dem Alter stark zu. Menschen über 80 trifft sie im Krankheitsfall mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 30 Prozent. Für ältere, geschwächte Personen, die meistens ohnehin schon mit bleibenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen leben müssen, stellt sie eine grosse zusätzliche Belastung dar, die sich auf die verbleibende Lebensqualität enorm nachteilig auswirken kann.

Seit einigen Jahren steht in der Schweiz für Menschen über 50 ein sicherer und gut verträglicher Impfstoff zur Verfügung, der viel Leid verhindern kann. So wird das Risiko für eine postherpetische Neuralgie um fast 70 Prozent reduziert. Doch kaum ein Arzt weist seine älteren Patienten darauf hin. Bisher wurde er vom BAG auch nicht in den offiziellen Impfplan aufgenommen, im Gegensatz zu einigen führenden ausländischen Gesundheitsbehörden.

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