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Gebete haben die Kraft zu heilen

«Schenken Sie Gebete, denn Gebete können heilen.» Das ist der Aufruf von zwei Baldegger Ordensschwestern zum Start in die Adventszeit.

Kloster Baldegg

Sie kommen wegen einer beruflichen Sorge, sie bitten um Unterstützung bei einer Operation. Viele Wünsche erreichen die Schwestern im Kloster Baldegg LU per E-Mail. «Wir nehmen alle Anliegen auf, drucken die Wünsche auf Papier aus und hängen sie an eine ganz besondere Wand in unserem Kloster», sagt Schwester Nadja. «An dieser Wand gehen alle unsere Mitschwestern regelmässig vorbei, lesen mal den einen, mal den anderen Wunsch, und nehmen ihn in ihre Gebete und Fürbitten auf. Wünsche von Menschen für sich selber, Wünsche aber auch für andere Menschen. Nicht nur in der Vorweihnachtszeit, doch dann besonders zahlreich.» Wie jene Frau, die wegen der Arbeitslosigkeit ihres Mannes um himmlische Hilfe bittet. Oder der junge Mann, der sich Sorgen macht, dass seine Grossmutter nach dem Verlust ihres Partners die Festtage nicht gut überstehen wird.

Etliche Gebetsanfragen betreffen die Heilung von Krankheiten und das Meistern schwieriger Lebensumstände. Auch materielle Begehrlichkeiten gibt es. Schwester Nadja: «Das Wichtige an einem Gebet ist der Fakt, dass man sich einer göttlichen Macht anvertraut. Wer über ein Gebet um Hilfe bittet, anerkennt, dass es eine solche Macht gibt. Eine Macht, die man ansprechen darf und die man ansprechen soll. Wir Schwestern nehmen die Bitten, die an uns herangetragen werden, sehr gerne auf und geben sie in einer bestimmten Form weiter. Wir sagen nicht: Gott, schenke dieser Person einen neuen Fotoapparat. Wir sagen: Gott, du weisst, was er nötig hat. Auch bei Krankheiten. Wir sagen nicht: Bitte zaubere den Herzfehler weg. Wir sagen: Herrgott, bitte schenk diesem Menschen so viel Kraft, dass er die Krankheit überwinden und die Operation gut überstehen kann. Wir fordern nicht, wir bitten darum.»

Generaloberin Schwester Zita: «Und wir ermutigen die Menschen, auch selber zu beten. Das Gebet hat dann in doppelter Hinsicht eine heilende Wirkung. Es entlastet den Betenden, indem er sich jemandem anvertraut und seine Sorgen teilt, und es schenkt dem Adressaten gute Gedankenenergie. Schenken hat in der Adventszeit ohnehin eine grosse Bedeutung. Am Heiligabend erhalten wir in der Krippe mit Jesus Christus das Geschenk Gottes. Und nach diesem Vorbild sollen wir Menschen uns auch beschenken. Geschenke müssen nicht teuer sein. Geschenke können Zeit sein und Geschenke können ein Gebet sein.»

Schwester Nadja: «Im Gebet kann man vertrauensvoll etwas deponieren. Einen Dank, aber auch Wut oder Unzufriedenheit. Man kann bewusst an jemanden denken. Man kann dafür danken, dass es diesen Menschen gibt. Das ist eine wunderbare Wertschätzung, die man stellvertretend über Gott und das Gebet machen kann.»

Die Adventszeit ist dafür eine gute Zeit. Die Ordensschwestern Zita und Nadja sind sich einig: «Es ist eine Zeit, die einem bewusst macht, dass nichts selbstverständlich ist. Dann, wenn man sich besinnt und zu sich kommt, sich Zeit nimmt und Stille zulässt – in Demut vor der Schöpfung. Demut ist keine erniedrigende Haltung, sondern eine besondere Art der Dankbarkeit.»

Lesen Sie hier alle Teile unserer vierteiligen Adventsserie aus dem Kloster Baldegg LU.