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Ich denke immer noch die ganze Zeit ans Essen

Junge Frau denkt an Essen

Kaum ein Beitrag (hier nachlesen) hat so viele Reaktionen ausgelöst wie jener vor zwei Wochen als eine Leserin ganz offen erzählte, sie denke pausenlos ans Essen und sie sei sicher, dass ihr niemand da raus helfen könne. Jetzt schreibt sie, was seither passierte.

Es gibt keine Wahnsinnsstory, so eine unglaublich tolle, in der ich Ihnen allen nun sage: die ewigen und stetigen Gedanken ans Essen sind weg! Wow, ich denke nicht mehr die ganze Zeit daran! Wir sind hier in der Realität und nicht in der Werbung.

Wissen Sie, was mich so überrascht hat? Beim zweiten Telefonat mit Dr. Stutz hat er mir gesagt, dass unglaublich viele Leute auf meinen Artikel reagiert haben und ich absolut nicht die Einzige bin – im Gegenteil. Das hat mich enorm erstaunt, und ich glaube sogar, es hat mich ein wenig glücklich gemacht. Zu wissen, dass da draussen noch ganz viele sind, die auch das gleiche Problem haben. Zur Erinnerung: Es geht hier nicht um den Druck des Gewichtsverlusts – ich bin nicht dick oder übergewichtig. Aber ich liebe das Essen unheimlich. Ich kompensiere damit enorm viel. Leider mag ich vor allem die nicht gesunden Dinge. Obwohl ich mir einiges erlauben kann – Vollrahm aus dem Becher trinken, Schokolade zum Frühstück etc. – bin ich unglücklich, denn gesund ist es nicht, und der Sport bleibt ziemlich auf der Strecke. Entweder bin ich wie eine Leistungssportlerin oder dann sitze ich lieber auf dem Sofa und tue gar nichts – dann nämlich, wenn ich etwas abgenommen habe. Ein Teufelskreis. Wieder nur schwarz oder weiss. Das möchte ich nun ändern – für immer.

Ganz wichtig ist für mich: es geht nicht von heute auf morgen, und Stress oder Druck bringen mir gar nichts. Weder von jemandem noch von mir selber. Dr. Stutz hat mir Ratschläge gegeben, und ich habe mir darüber Gedanken gemacht und überlegt, was ich davon umsetzen kann und will. Es ist ja auch nicht für jede und jeden das Gleiche gleich gut. Zudem habe ich auch noch Tipps von meiner Cranio-Therapeutin bekommen. Ich fass hier einmal meine Erlebnisse, Ideen und Vorschläge zusammen. Ich habe natürlich noch nicht alles gemacht – das wäre meiner Meinung nach auch nicht realistisch.

  • Ich habe in der Migros eine Nussmischung entdeckt: Sunqueen Premium Nuts. Diese sind geröstet, aber nicht gesalzen. Wenn ich Heisshunger habe oder etwas naschen möchte, nehme ich eine Handvoll. Da ich auch so gerne Rahm oder Cremiges habe ist das ein guter Ersatz, da die Nüsse ja auch cremig im Abgang sind‘.
  • Nach dem Mittagessen ist der Glust auf Schokolade immer am grössten. Ich habe entschieden, dass es völlig ok ist wenn ich mir dann etwas Schokolade gönne. In einem Laden habe ich eine Packung Schokoladen-Goldmünzen gefunden. Ich finde das lustig. Wenn ich viel Lust habe, genehmige ich mir einen 5-Liber, und wenn das Verlangen nicht so stark ist, nehme ich halt nur einen 2-Fränkler. Für mich muss das drin liegen. Ein bisschen Schokolade – halt täglich, dafür aber nur einmal. Wenn ich es mir verkneife, kommt der Bumerang einfach wieder zurück. Ich kenne das.
  • Mich selber loben! Wenn etwas wirklich gut geht oder man etwas Tolles erreicht hat – wieso nicht mal zu sich selber laut sagen: Das hast du jetzt wirklich toll gemacht! Wirkt irgendwie Wunder.
  • Ich versuche mich wieder mehr für Sport zu begeistern. Ich besitze zwar ein Trampolin, habe es aber kaum noch benutzt. Kürzlich bin ich einfach so, weil ich gerade daneben stand, drauf gestanden und hatte mein Handy in der Hand. Als ich angefangen habe zu hüpfen dachte ich mir, dass es mit Musik bestimmt viel motivierender ist. Also habe ich „Happy“ von Pharrell Williams abgespielt. Probieren Sie das mal aus! Wahnsinn, was da passiert. Diese Energie! Als zweiter Tipp: Hören Sie auf dem Trampolin Meghan Trainors „All about that bass“ an. Achten Sie mal auf den Text und was dieser und die Melodie auslöst. Für alle, die kein Englisch verstehen, hier kurz gesagt der Inhalt und was sie sagt: „Ja ich weiss, ich bin keine Grösse 34, aber ich habe alles am richtigen Platz. Ich sehe die Models auf den Titelseiten, die mit Fotoshop bearbeitet wurden, und wir wissen alle: das ist nicht echt! Hört doch auf damit. Du bist hübsch und jeder Zentimeter von dir ist perfekt von oben bis nach unten. Ich bin keine dünne Barbie-Puppe, und wenn du so etwas suchst, dann zieh davon!“ Hat was, oder? Es war so eine Art Springen, Wippen und Tanzen. Ich hatte riesig Spass auf dem Trampolin und habe es nicht als ‚Sport machen‘ empfunden. Und so soll es sein. Ich will Spass daran haben und mich nicht zwingen. Die Musik hat dazu noch beigetragen. Ich habe mich nachher so gut gefühlt – nicht nur körperlich, sondern auch mental.
  • Anderen Menschen glauben! Wieso kann ich ein Kompliment von andern nicht annehmen und glauben? Wieso ist meine Antwort auf ein Kompliment wie „Du siehst super aus“ oder „Diese Hose steht dir absolut gut“  dann:  „Ach ja, findest du? Ich finde es macht mich etwas dick“. Die Antwort sollte eigentlich sein: „oh vielen Dank! Ja ich finde, sie steht mir gut!“
  • Atmen! Die Atmung sollte nicht nur oberflächlich sein, sondern vermehrt tief in den Bauch. Auch das vergesse ich regelmässig im Stress.
  • Ich werde eine Sanduhr besorgen. Dr. Stutz hat gesagt, ich könne es mal ausprobieren. Wenn die Lust auf Süsses kommt, erst mal die Sanduhr rieseln lassen, und wenn ich die 8 oder 10 Minuten ohne Schokolade geschafft habe, brauche ich sie vielleicht auch danach nicht mehr!
  • Der liebe Tee. Ich trinke weder Kaffee noch Tee. Ich mag beides nicht. Die Idee, dass mir Tee helfen könnte, über die Süssgelüste hinweg zu kommen, wäre mir nicht gekommen. Dr. Stutz sprach von einem Gewürztee. Ein paar Tage später kam mir in den Sinn, dass ich doch in einem wunderschönen Teeladen am Zürcher Bahnhof mal einen Tee gekauft hatte. Tatsächlich habe ich die Etikette noch gefunden: African Express, Rooibos Eistee. Das sind Rooibostee, Papayastücke, Hibiskus, Erdbeerstücke, Stevia, Sonnen- und Ringelblumen. Wenn man ihn aufgebrüht hat und dann eiskalt trinkt – einfach super gut. Gerade jetzt, da der Sommer kommt. Wenn man ihn noch ein bisschen süsser möchte – durch den Steviazusatz ist er bereits etwas gesüsst – habe ich jeweils ganz wenig Holunderblütensirup beigemischt. Frische Pfefferminze im Sommer wäre ja auch wunderbar. Auf jeden Fall werde ich mir nun diesen Tee wieder besorgen. Auf meiner Etikette habe ich nun gesehen, dass sie alle wunderbaren Teesorten sogar online haben (www.lacucina.ch). Beim Besuch dieser Seite bekommt man unheimlich Lust auf Tee. Eventuell werde ich dadurch vom Teemuffel zum Teeliebhaber. Ich lasse es Sie wissen!

Es geht mir also darum, den Mittelweg zu finden. Den Mittelweg zwischen Grösse 36 (hungern) und 42 (masslos übertreiben), zwischen 1 Tafel Schokolade pro Tag und einer Reihe,  zwischen jeden Tag Joggen und 2 mal pro Woche. Aber ganz viel hat es zu tun mit „sich selber mögen“ – und daran möchte ich noch ein bisschen arbeiten. Alles andere ist immer wichtiger als ich selber – die Arbeit, die Kunden, die Familie und so weiter. Nur sollte man selber nicht auf der Strecke bleiben. Damit fange ich jetzt an!

Gerne schreibe ich Ihnen, wie das so weitergeht.