Glaukom
Fast die Hälfte der Patienten mit grünem Star hat keinen erhöhten Augeninnendruck
Der Begriff „grüner Star“ kommt von der verstärkten Wahrnehmung der Regenbogenfarben mit einem hohen Anteil von Grün. Grüner Star ist eine Erkrankung des Sehnervs und kann schon ab dem 45. Lebensjahr beginnen. Er tritt bei sieben Prozent der über 75jährigen auf und verkleinert in einem schleichenden Prozess das Gesichtsfeld, was im Extremfall zur Erblindung führen kann. Heimtückisch ist, dass das Glaukom häufig nicht mit Schmerzen einhergeht und deshalb erst sehr spät entdeckt wird.
Bis vor ein paar Jahren machte man fast ausschliesslich zu hohen Augeninnendruck für das Glaukom verantwortlich. Die Wissenschaft hat inzwischen noch andere Faktoren ausfindig gemacht. So kann eine gestörte Durchblutung den Sehnerv schädigen.
Eine einmalige Augendruckmessung reicht nicht aus, um ein Glaukom zu diagnostizieren, da der Augendruck unter Umständen nicht bei jeder Messung erhöht ist. Zeigt der Sehnerv krankhafte Veränderungen, muss der Druck deshalb mehrmals gemessen werden. Falls der Augendruck normal ist, aber der Sehnerv trotzdem eine glaukomtypische zentrale Gruppe hat, sind weitere Abklärungen nötig. Ein normaler Augendruck schliesst ein Glaukom nicht aus!
In solchen Fällen muss der Patient auf eine Durchblutungsstörung untersucht werden. Unter anderem wird der Blutdruck über 24 Stunden gemessen und der Blutfluss in den Sehnervengefässen bestimmt. Neuerdings wird auch der Hirnflüssigkeit, in welcher der Sehnerv ‚badet’, eine grosse Bedeutung beigemessen. Mit einer speziellen Aufnahmetechnik wird ein Kontrastmittel in die Hirnflüssigkeit gegeben und mittels Computertomografie geschaut, ob sich diese Flüssigkeit auch um den Sehnerv verteilt. Ist dies nicht der Fall, kann mit einer Operation die Zirkulation der Hirnflüssigkeit um den Sehnerv verbessert werden. Erste Resultate zeigen eine Stabilisierung oder sogar eine Reduktion des Glaukomschadens.
Auch für das Glaukom gilt: Vorsorgen ist besser als Heilen. Wenn in der Familie schon jemand grüner Star hat, ist schon ab 40 eine Untersuchung angezeigt, sonst ab dem 45. Lebensjahr. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die therapeutischen Möglichkeiten.








