KrankheitenBewegungsapparat

Cola und Softdrinks schaden den Knochen

Brüchige Knochen wegen schlechter Ernährung schon mit 40?

Kommt nach der Kiloepidemie die Osteoporose-Katastrophe? Es macht allen Anschein. Denn was Hänschen nicht hat, hat Hans nimmer mehr. Gemeint sind starke Knochen. Wie so vieles beginnt Osteoporose-Schutz in der Kindheit. Regelmässige Bewegung im Freien – für gesunde Knochen ein absolutes Muss. Doch welches Kind hat das heute noch? Lieber verbringt es seine Freizeit in geschlossenen Räumen mit Computern, Fernsehen oder Spielkonsolen etc. Für die Knochen bedeutet das nicht nur fehlende Kraft- und Bewegungsanreize, sondern auch eine zu geringe Vitamin-D-Bildung wegen mangelnder Sonnenlichtexposition. Wie wichtig Vitamin D ist, hat man erst in den letzten Jahren gemerkt. Es verbessert die Muskelkraft, fördert die Aufnahme von Calcium und Phospat im Darm und den Einbau von Calcium in die Knochen.

Doch auch die Calcium-Versorgung ist mies. Eigentlich braucht ein Heranwachsender zwischen 1000 und 1200 Milligramm Calcium pro Tag. Ein durchschnittlicher Jugendlicher ist weit davon entfernt. Verantwortlich dafür sind die gängigen Ernährungsgewohnheiten. Statt mit Milch, ungesüssten Getränken, verdünnten Fruchtsäften oder purem Wasser löschen viele Kinder ihren Durst mit Calcium raubenden Cola und Limonaden. Anhand der Donald-Studie konnten die Wissenschaftler einwandfrei zeigen, dass der Softdrink-Konsum sich negativ auf den Knochenmineralgehalt und seine Stabilität auswirkt. “Je mehr derartiger Limonaden Jugendliche zu sich nehmen, desto geringer ist der Mineralgehalt ihrer Knochen”, sagt Studienleiter Prof. Thomas Remer vom Forschungsinstitut für Kinderernährung der Universität Bonn.

Der Effekt von mangelnder Bewegung und falscher Ernährung ist fatal. Die Gefahr ist gross, dass die bis im Alter von 30 Jahren aufgebaute totale Knochenmasse zu gering ist, um den ab 40 einsetzenden Knochenabbau zu überstehen. Wenn die maximale Knochenmasse schrumpft, droht schon mit 40 eine manifeste Osteoporose. Die Krankheit der brüchigen Knochen wird also in Zukunft immer öfters und in immer jüngeren Jahren zuschlagen, und zwar bei Frauen und Männern.

Bleibt nur eins: Gesundheit muss wieder etwas werden, das schon Hänschen lernt. Sonst lernt es Hans nimmer mehr.

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DONALD steht für DOrtmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study. Sie wurde 1985 am Forschunginstitut für Kinderernährung Dortmund als Langzeitstudie begonnen und wird bis heute weitergeführt. Die DONALD Studie untersucht die Kinderernährung und das Wachstum vom Säuglingsalter bis zum jungen Erwachsenenalter.

Drucken06.09.2009