KrankheitenBewegungsapparat

Eine Pflanze zeigt ihre Krallen

Dr. Daniel Uebelhart erklärt die Wirkung der Teufelskralle.

Die Teufelskralle wird in ihrer süd- und südwestafrikanischen Heimat seit jeher als Abführmittel, zur Fiebersenkung und als Schmerzmittel angewendet. Mitte des 20. Jahrhunderts kam die Pflanze erstmals nach Europa und wurde zuerst gegen Stoffwechselkrankheiten und erst später zur Behandlung der Arthrose eingesetzt. Teufelskralle-Tabletten sind offiziell zur unterstützenden Behandlung von Schmerzen bei Verschleisserscheinungen des Bewegungsapparates zugelassen. Doch ist die Wirkung auch wissenschaftlich bewiesen? Ja, und zwar nicht nur aufgrund von Fallbeobachtungen, sondern zahlreicher Studien, die in den Jahren 2002 bis 2005 publiziert wurden. Die für die Wirkung verantwortliche Substanz ist ein Alkaloid, das isoliert und bei verschiedenen Indikationen wie Hüft- und Kniearthrose sowie Lumbalschmerzen mit positiven Resultaten klinisch getestet wurde. Auch im Labor konnte man zeigen, dass die aktiven Wirkstoffe der Teufelskralle verschiedene wichtige entzündungsfördernde Botenstoffe hemmen.

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Offen ist hingegen, ob von dieser Pflanze sogar eine gelenkschützende Wirkung erwartet werden kann. Das können nur Studien mit einer grossen Zahl von Teilnehmern über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren klären. Wichtig ist auch, dass verschiedene Forschergruppen zu denselben Resultaten kommen, damit wir mehr über die Wirksamkeit der Teufelskralle erfahren. Die Teufelskralle gehört zu den interessantesten Pflanzen überhaupt und hat nicht nur einen Platz in der Volks-, sondern auch in der Schulmedizin. So viel wissen wir.

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Drucken20.09.2009