Osteoporose beim Mann
Osteoporose ist beim Mann zu einem alltäglichen Problem geworden.
Jeder fünfte Mann wird einmal einen Knochenbruch erleiden, wenn er einmal die Grenze von 50 Jahren überschritten hat. Bei den Frauen ist es übrigens jede zweite. Rund ein Drittel aller Schenkelhalsbrüche treten bei Männern auf. Solche Frakturen verlaufen im Allgemeinen noch schlimmer als bei Frauen hinsichtlich Dauer des Spitalaufenthaltes und Sterblichkeit. Weil die Lebenserwartung auch bei Männern grösser wird, wird die Osteoporose Jahr für Jahr eine immer grössere Belastung. Um das Problem in den Griff zu bekommen, müssen sich auch Männer über die Osteoporose-Risiken informieren, damit die Krankheit früh diagnostiziert und allenfalls behandelt werden kann.
Beim Mann gibt es zwei grosse Kategorien von Osteoporose, die altersbedingte, primäre Form und die sekundäre, welche auf andere Krankheiten zurückzuführen ist. Bei der primären spielen hormonelle Veränderungen im Alter eine Rolle. Ähnlich wie bei der Frau kommt es zu einem Abfall der schützenden Östrogene. Sie stammen vorwiegend aus der Umwandlung von männlichen Geschlechtshormonen in den Fettzellen des Körpers. Dann nimmt auch die Aktivität des Wachstumshormons ab, wodurch der Knochenanbau vermindert wird.
30 bis 60 Prozent der Osteoporosefälle beim Mann sind sekundär. Am häufigsten werden sie durch Cortisonbehandlung, Mangel an Geschlechtshormonen oder Alkohol verursacht. Ganz wichtig ist: Sobald eine Behandlung mit Cortison in Tablettenform länger als drei Monate gemacht wird, muss man an die Gefahr von Knochenverlust denken und eine entsprechende medikamentöse Prophylaxe machen. Auch bei Patienten mit Prostatakrebs muss man vorsichtig sein, wenn sie antihormonell wirksame Medikamente bekommen. Beim Alkohol muss man wissen, dass bereits ein andauernder Konsum von drei Gläsern pro Tag den Knochen beeinträchtigen kann.
Für die medikamentöse Behandlung der Osteoporose beim Mann sind bisher nur die Wochentablette und neu auch die Jahresinfusion zugelassen. Zusätzlich werden Calcium-Vitamin-D-Supplemente empfohlen. In schweren, fortschreitenden Fällen, wenn trotz dieser Behandlung neue Wirbelbrüche auftreten, ist eine täglich subcutan zu injiziernde Substanz angezeigt. Zur Unterstützung braucht es in jedem Fall Muskelaufbauund Koordinationstraining zur Sturzprophylaxe.
Infusion hilft auch Männern
Eine intravenöse Kurzinfusion ein Mal im Jahr führt nicht nur bei Frauen zu einem Zuwachs an Knochendichte und damit zu einer Senkung des Frakturrisikos, sondern auch bei Männern. Zudem lässt sich mit dieser Behandlung auch die Sterberate reduzieren. Im Gegensatz zu Tabletten ist bei einer jährlichen Infusion beim Arzt die Einnahme gesichert. Mangelnde Therapietreue ist ein Hauptgrund für das Versagen einer Osteoporose-Therapie.








