KrankheitenBlut, Herz, Gefässe

Dem Defi verdanke ich mein Leben

Plötzlich stand sein Herz still. Vor den Augen seines Arztes.

Um 2 Uhr nachts kam er. Und er ging nicht mehr. Der Schmerz. Zuerst spürte ihn Kurt Matter nur im linken Arm. Dann über der ganzen Brust. Als er immer schlimmer wurde, weckte der ehemalige Geschäftsführer bei Unilever für Afrika und den Mittleren Osten mit Jahrgang 1947 seine Frau. Vorher hatte er noch eine geraucht. Es war seine letzte Zigarette.

Kurt Matter gehört zu den wenigen Glücklichen, die einen Hausarzt haben, der im Notfall immer erreichbar ist, per Handy. Kurz vor 5 Uhr morgens wurde der auf Herzkrankheiten spezialisierte St. Galler Internist Dr. Werner Deuel von seinem langjährigen Patienten alarmiert. Die Symptome waren für den Arzt verdächtig, sodass er ihn gleich in die Praxis bestellte. Mit der Ambulanz direkt ins Spital wollte der Patient auf keinen Fall. Ein EKG machte jegliche Zweifel überflüssig: Herzinfarkt.

Dann überschlugen sich die Ereignisse. In der Praxis seines Arztes erlitt Kurt Matter einen Herzstillstand, vor den Augen seiner Frau. «Alles habe ich mitbekommen. Wie er plötzlich die Augen verdreht hat. Wie seine Arme blau angelaufen sind und sich Schaum vor seinem Mund gebildet hat. Da fängst du plötzlich an zu beten und bist wie weg.»

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Dass ein Herzstillstand irgendwo draussen fast sicher einem Todesurteil gleichkommt, wissen die beiden. «Wir hatten riesiges Glück, dass Dr. Deuel in seiner Praxis einen Defi hat und meinen Mann erfolgreich reanimierte. Dafür sind wir unendlich dankbar.»

Kurt Matter kam bereits zu sich, als der automatische Defi noch seine letzten Anweisungen gab. Erwacht ist der Geschäftsreisende nun auch, was seinen Lebensstil anbelangt. «Früher war ich fast nur im Flugzeug. Bewegung hatte ich so gut wie keine. Und geraucht habe ich bis zwei Päckli im Tag. Das hat sich inzwischen gründlich geändert. Ich habe seither keine einzige Zigarette mehr angerührt. Plötzlich war das Verlangen weg. Es war wie ein Schalter, den jemand kippte. Und auch Bewegung steht jetzt immer auf der Tagesordnung.»

Ein grosses Herzensanliegen hat Kurt Matter noch: «Wir schaffen es zwar, auf den Mond zu fliegen, aber nicht, überall im Land Defi-Geräte aufzustellen. Das muss sich ändern, wollen wir mehr Leben retten.»

Drucken19.09.2009