Hoher Blutdruck und Demenz
Bluthochdruck im Alter schadet nicht nur dem Herz.
Wenn im Alter der Blutdruck ansteigt, darf man das auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Und zwar nicht nur, um das Herz und die Gefässe, sondern auch um das Gehirn zu schützen. Das belegt ein Artikel im Schweizerischen Medizinforum, dem offiziellen Fortbildungsorgan der Verbindung der Schweizer Ärzte FMH.
Ein erhöhter arterieller Blutdruck beschleunigt die Arteriosklerose in den Hirngefässen. Dadurch kommt es nicht nur zu einer schlechteren Durchblutung des Gehirns, sondern auch zu kleinen Infarkten. Die durch Bluthochdruck hervorgerufene Minderdurchblutung ist nicht nur für die so genannte vaskuläre Demenzform verantwortlich, sondern trägt auch massgeblich zur Entstehung der Alzheimerdemenz bei. Inzwischen ist zweifelsfrei belegt, dass Menschen mit hohem Blutdruck ein grösseres Demenzrisiko haben. Hirninfarkte gehen mit einem besonders stark erhöhten Demenzrisiko einher.
Die enorme Verbreitung von hohem Blutdruck im Alter zeigt, wie gross der Handlungsbedarf ist. Ab dem sechzigsten Lebensjahr haben rund zwei Drittel der Bevölkerung Blutdruckwerte von mehr als 140/90. Auch Demenz wird im Alter häufiger. Von den 80jährigen sind jeder und jede fünfte betroffen.
Eine Blutdruck senkende Behandlung kann die Entstehung dieser Demenzformen verhindern oder wesentlich verzögern. Meistens sind im Alter allerdings Kombinationen aus zwei oder sogar drei Wirkstoffen erforderlich, um die Zielwerte zu erreichen. Damit die Pillendosis reduziert werden kann, müssen strikt Fixkombinationen verwendet werden. Weil die meisten älteren Menschen neben dem Bluthochdruck auch noch andere kardiovaskuläre Risikofaktoren haben, sollte in Übereinstimmung mit den Leitlinien der Fachgesellschaften von Anfang an eine Kombinationsbehandlung zum Zug kommen. Eine kürzlich durchgeführte Studie über acht Wochen bei über 2000 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Hypertonie zeigt, dass die modernen Fixkombinationen bestehend aus drei Wirkstoffen allen anderen Behandlungen überlegen sind. Schon sehr früh im Therapieverlauf kommt es zu einer massiven Reduktion der Blutdruckwerte. Die Behandlung wird zudem sehr gut vertragen, während Dosissteigerungen bei der Verwendung nur eines Wirkstoffes meistens zu einer schlechten Therapietreue oder sogar zum Therapieabbruch führen.








