Krampfadern
Effizienter, weniger Schmerzen, und schon am gleichen Tag wieder auf den Beinen.
Rund die Hälfte aller über 50-Jährigen hat Kampfadern. Hauptursache ist eine vererbte Bindegewebsschwäche. Je nach Schweregrad kommt es zu Schwellungen, Hautveränderungen und offenen Beinen.
Leider können die betroffenen Venenabschnitte nicht repariert werden. Seit Anfang des letzten Jahrhunderts gab es lange nur ein anerkanntes Behandlungsverfahren, das Stripping. Dabei wird die erkrankte Stammvene durch einen Leistenschnitt unterbrochen und mit Hilfe einer Drahtsonde herausgezogen; kleinere Venen werden durch kleinste Schnitte mittels eines Häkchens entfernt.
Erst in den letzten Jahren kamen neue Methoden auf, vor allem die sogenannte Thermoablation. Die Verfechter dieser Methode hatten es jedoch schwer, sich durchzusetzen. Jetzt erhebt ein aufsehenerregender Artikel im Schweizerischen Medizinforum, dem offiziellen Fortbildungsorgan der Verbindung der Schweizer Ärzte, die Aussenseitermethode in den Olymp der anerkannten Verfahren. Unter dem vielsagenden Titel «Radiofrequenz und Laser – Totengräber des Varizenstrippings?».
Einer der Verfasser ist Dr. Pius Wigger vom Kantonsspital Winterthur. «Bei der endovenösen Thermoablation wird die krankhaft veränderte Stammvene durch Hitze so verödet, dass sie schrumpft und sich verschliesst», erklärt der Chefarzt für Gefässchirurgie. «Hitze erzeugt man entweder mit einem Radiofrequenz-Katheter oder mit einer Laserfaser. In der gleichen Sitzung werden die kleineren Krampfadern mit der herkömmlichen Häkchen-Methode entfernt. Der Eingriff erfolgt ambulant und in örtlicher Betäubung.»
Bisher unterstellte man dem endovenösen Verfahren eine höhere Rückfallrate. Nach neusten Erkenntnissen ist dies falsch, weil die Verfahren in den letzten Jahren ständig verbessert wurden. Dr. Wigger: «Wichtigster Grund für Rezidive (ein Rückfall, Wiederauftreten von Krampfadern) sind nicht, wie lange vermutet wurde, Crossvenen, die man verpasst hat zu unterbinden, sondern eine Gefässneubildung im Narbengewebe des Leistenschnittes. Und genau diese Neubildung von Krampfadern scheint nach endovenöser Therapie deutlich seltener aufzutreten. Die mit der neuen Methode nicht verschlossenen Seitenäste in der Leiste verursachen weniger Rezidive als ursprünglich befürchtet.»
Punkto Rückfälle sind die beiden Methoden nach heutiger Erkenntnis zumindest ebenbürtig. «Endovenöse Verfahren sind jedoch weniger invasiv (schonender) und komplikationsarm», erklärt Dr. Wigger.
«Die anfänglich diskutierte mögliche Gefahr von tiefen Venenthrombosenhat sich nicht bestätigt. Auch Hämatome treten deutlich seltener auf. Vergleichende Studien zeigen meist geringere Schmerzen und einen kürzeren Arbeitsausfall. Die Patienten können in der Regel schon am gleichen Tag ihre gewohnte Tätigkeit wieder aufnehmen. Bei den Patienten ist deshalb die Akzeptanz dieses Eingriffs sehr gross.»








