Wasser in den Beinen
Es gibt harmlose bis sehr gefährliche Ursachen. Eine Anleitung.
Geschwollene Beine machen Angst. Und das oft nicht einmal zu Unrecht. Denn die Gründe können durchaus schwerwiegend sein. Auch für den Arzt sind Diagnose und Therapie von Beinödemen – so der Fachausdruck für die Schwellung – nicht immer einfach.
Eine der häufigsten Ursachen des geschwollenen Beins ist die venöse Insuffizienz als Folge einer tiefen Venenthrombose. An zweiter Stelle folgt das Lymphödem aufgrund einer Schädigung der Lymphgefässe.
Das Lipödem, eine anlagebedingte Fettgewebsvermehrung, verursacht schwerwiegende kosmetische Probleme und oft auch Schmerzen. Es ist durch übermässiges Fettgewebe gekennzeichnet, das sich symmetrisch über Beine, Schenkel und Hüften verteilt.
Andere wichtige Ursachen von Beinschwellungen sind Herz-, Nieren- oder Leberkrankheiten. Beinschwellungen treten auch gehäuft während einer Schwangerschaft auf.
Das traumatische Ödem ist eine Folge von Prellungen, Verstauchungen, Frakturen oder Verbrennungen. Neben Hochlagern ist hier vor allem sofortige Kühlung wichtig.
Ein zu Unrecht viel zu wenig beachtetes Problem sind Nebenwirkungen von Medikamenten, namentlich von bestimmten Mitteln gegen den hohen Blutdruck, den sogenannten Kalziumblockern. Die meisten dieser Wirkstoffe verursachen Beinschwellungen, vor allem in der Knöchelregion. Kommen andere Gründe wie Venenschwäche oder Herzprobleme dazu, verschlimmert sich das Problem. Wer häufig Beinödeme hat, sollte deshalb auf Blutdrucksenker setzen wie Zanidip, ein Medikament, das kaum noch Beinschwellungen an den Knöcheln verursacht.
Die Diagnose muss genau sein, damit das geschwollene Bein richtig behandelt werden kann. Wichtige Anhaltspunkte sind Dauer und Art der Schwellung, die Beziehung zu anderen Störungen und das Verteilungsmuster. Tritt die Schwellung einseitig oder beidseitig auf? Geht sie zurück, wenn die Beine hochgelagert werden? Ist das Ödem fest oder weich? Sind Fuss oder Zehen wie beim Lymphödem betroffen? Sind Haut und Weichteile pigmentiert, verhärtet oder sogar offen wie bei der chronisch venösen Insuffizienz? Besteht eine Druckempfindlichkeit? Und so weiter.
Eine einseitige Schwellung ist typisch für venöse und lymphatische Störungen. Beidseitige Ödeme treten bei Lipödemen, bei Schwangerschaften und bei Medikamentennebenwirkungen auf.
Die Behandlung des geschwollenen Beins muss auf die Beseitigung der Ursache abzielen. Eine einfache Massnahme zur Reduktion der Schwellung sind das Hochlagern der Beine sowie massgeschneiderte Kompressionsstrümpfe. Die maximale Kompression sollte am Sprunggelenk und an den Unterschenkeln einwirken. Die sollte so fest sein, dass am Ende des Tages kein Ödem auftritt. Auch kalte Güsse helfen, den Rückstrom des Blutes zum Herzen zu verbessern. Beim Lymphödem ist die Lymphdrainage Therapie der Wahl. Je nach Ursache kommen auch wasserausscheidende Medikamente in Frage.








