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Auf die Zähne beissen bringt nichts

Tipps und Tricks, damit sich der Schmerz in Ihrem Leben nicht breitmacht.

Schmerz ist immer das, was der Patient als solchen empfindet. Oder salopp gesagt: Der Patient hat immer Recht. Auf keinen Fall ist Schmerz eine rein physikalische Grösse, die sich objektiv messen lässt. Schmerz ist vielmehr eine komplexe Sinnesempfindung, oft mit einer starken seelischen Komponente. Besonders bei chronischen Schmerzen kommt es zu vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele, Familie und Beruf.

Schmerz ist auch keine Einbahnstrasse. Das heisst, es werden nicht bloss Schmerzsignale aus dem Körper zum Gehirn übermittelt. Vielmehr sorgen im Rückenmark und Gehirn Filterprozesse dafür, dass Schmerzsignale verarbeitet werden; sie müssen nicht zwangsläufig zu einer Schmerzwahrnehmung führen.

Diesen Filter können wir ein grosses Stück weit selber beeinflussen, indem wir die Schmerzsignale mit anderen, positiven Sinnesempfindungen in Konkurrenz setzen. Oder noch einfacher gesagt: Je mehr wir unser Gehirn mit anderen Signalen ablenken, desto mehr tritt die Schmerzempfindung in den Hintergrund. Und je mehr Raum wir dem Schmerz geben, desto stärker macht er sich im Körper, in der Seele und im Leben breit. Wird ein Schmerz chronisch, kann er sich sogar zur eigenständigen Krankheit entwickeln. Die Gefahr der Chronifizierung ist besonders gross, wenn sich keine klare Ursache finden lässt, zum Beispiel bei Kopf- und Rückenschmerzen. In einem solchen Fall kann sich ein Schmerzgedächtnis ausbilden: Der Körper hat den Schmerz «auswendig» gelernt, ohne dass überhaupt ein Schmerzreiz da ist. Das zeigt sich auch daran, dass wiederholt auftretende Schmerzen zu intensiverem und längerem Schmerzempfinden führen, weil die Schmerzschwelle nach und nach herabgesetzt wird. Deshalb ist eine frühzeitige und ausreichende Schmerzbekämpfung mit medikamentösen und nicht medikamentösen Massnahmen alles entscheidend.

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5 Tipps gegen Schmerzen

  • Schmerzmedikamente sind sinnvoll und wichtiger Bestandteil der modernen Schmerzbehandlung.
  • Es gibt auf jeder Stufe der medikamentösen Schmerztherapie eine ganze Reihe von bewährten Wirkstoffen, die man inzwischen gut kennt hinsichtlich Wirkung und Nebenwirkung. Der am meisten verwendete und im Allgemeinen gut verträgliche Wirkstoff ist auch heute noch Paracetamol. Wird diese Substanz ausreichend dosiert, ist sie ein sehr geeignetes Mittel gegen leichtere Schmerzen. Besonders rheumatische Beschwerden und akute Schmerzen reagieren gut auf Paracetamol-haltige Schmerzmittel.
  • Die Therapie soll so früh wie möglich beginnen. Auf die Zähne beissen und die Schmerzen aushalten ist kontraproduktiv.
  • Halten Sie die Dosierungen und Einnahmeintervalle ein. Schmerzmedikamente wirken nur bei ausreichender Dosierung.
  • Jeder Patient hat das Recht auf eine gute Schmerzbehandlung. Alter ist kein Schmerzmittel. Viele ältere Menschen leiden an Schmerzen, sie werden aber nicht immer ausreichend gegen ihre Schmerzen behandelt.
Drucken15.07.2009