KrankheitenAngst, Depression

Lichttherapie

Licht hilft gegen Verstimmungen, Depressionen und Schlafstörungen.

Licht ist wie Feuer eines der bedeutendsten Phänomene für alle Kulturen. In der biblischen Schöpfungsgeschichte ist das Licht das erste Werk Gottes. Ohne Licht gibt es kein Leben. Ohne Licht stirbt jede Pflanze. Ohne Licht stirbt unsere Seele. Das Licht der Sonne steuert nicht nur die innere Uhr, sondern auch unser Aktivitätsniveau und unsere Gefühlswelt. Fehlt das Licht, haben wir weniger Antrieb und ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Bei jedem zehnten Menschen machen sich in der kalten Jahreszeit gedrückte Stimmung, Müdigkeit, Energiemangel und Heisshunger breit. «Winterblues» nennt man die typisch saisonal auftretenden Symptome. Überschreitet dieses Tief das gewöhnliche Mass, spricht man von einer Winterdepression.

Seit 25 Jahren wird die Lichttherapie zur Behandlung jahreszeitlich bedingter Verstimmungen und Depressionen erforscht. Heute ist sie ein wissenschaftlich anerkanntes und hochwirksames Verfahren. Zwei Faktoren sind für die Stimmung aufhellende Wirkung des Lichts verantwortlich: Eine Phasenverkürzung des Tagesrhythmus im Winter kann durch Licht am Morgen korrigiert werden, und Licht führt zu einer erhöhten Freisetzung des Botenstoffes Serotonin im Gehirn.

Lichttherapie ist heute Mittel der Wahl zur Behandlung der Winterdepression und der damit verbundenen Schlafstörungen. Sie hat kaum oder gar keine unerwünschten Wirkungen und ist deshalb Medikamenten wenn immer möglich vorzuziehen. Saisonale Verstimmungen sind aber längst nicht mehr die einzigen Anwendungsgebiete der Lichttherapie. Gut erforscht ist sie mittlerweile auch in der Schlafmedizin. Mit Licht lassen sich Verschiebungen des Schlaf-Wach-Rhythmus korrigieren. Lichttherapie am Morgen verlegt eine verspätete Schlafphase zeitlich vor. Lichttherapie am Abend verschiebt eine verfrühte Schlafphase nach hinten – eine einfache Methode, älteren Menschen zu helfen, die an sogenannter Bettflucht leiden.

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Neuste Untersuchungen zeigen, dass die Lichttherapie auch gegen die klassische Depression sowie manisch-depressive Erkrankungen wirksam ist, und zwar auch dann, wenn sie auf Medikamente nicht ansprechen. Schon in der ersten Woche kommt es zu einem schnellen Wirkungseintritt, während man bei Medikamenten länger Geduld
haben muss. Auch Depressionen während und nach Schwangerschaft gehören heute zu den anerkannten Anwendungsgebieten der Behandlung mit Licht.

Damit nicht genug. Lichttherapie scheint auch eine vielversprechende Behandlung für Alzheimer-Patienten zu sein, die Schlafverschiebungen haben. Zudem hat sich gezeigt, dass sich auch Stimmung und intellektuelle Funktionen verbessern lassen. Das gilt auch für Parkinson-Patienten. Eine weitere Anwendung ist das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom bei Kindern und Erwachsenen.

Wichtig ist, dass die Lichttherapie jeden Tag während mindestens einer halben Stunde und möglichst den ganzen Winter über gemacht wird. Dabei sitzt man mit einem Abstand von circa 50 cm vor einer speziellen Lampe. Weil das Licht auf die Netzhaut fallen muss, sollen die Augen offen gehalten werden. Mindestens einmal pro Minute muss man dabei einige Sekunden direkt in die Lichtquelle schauen. Dabei lässt es sich ausgezeichnet lesen. Auch auf das Timing kommt es an. Die besten Ansprechraten findet man in den ganz frühen Morgenstunden unmittelbar nach dem Aufstehen.

Hier hilft Lichttherapie

  • Winterdepression
  • Jahreszeitlich bedingte Verstimmungen
  • Klassische Depression
  • Schwangerschaftsdepression
  • Prämenstruelle Depression
  • Manisch-depressive Krankheit
  • Depression nach Schlaganfall
  • ADHS bei Erwachsenen und Kindern
  • Bulimie
  • Verhaltens- und Schlafstörungen im Alter sowie bei Alzheimer
  • Verfrühter oder verspäteter Nachtschlaf
  • Schichtarbeit
  • Jetlag
Drucken07.11.2009