KrankheitenFrauenkrankheiten

Abschied aus Kopf und Bauch

Wenn sie nur noch Sorgen bereitet, muss etwas getan werden.

Prof. Michael K. Hohl über die schonende Gebärmutterentfernung.

Diese Operation ist ein emotionaler Einschnitt im Leben einer Frau. Irreversibel, nicht mehr rückgängig zu machen. Und trotzdem ist es nach dem Kaiserschnitt der zweithäufigste Eingriff bei Frauen: die Entfernung des Uterus oder zu Deutsch der Gebärmutter. Ein bedeutsames Ereignis. Kopf und Bauch müssen gleichsam Ja sagen können.

Wie kommt eine Frau dazu, sich von ihrer Gebärmutter zu trennen?

Prof. Michael K. Hohl, Chefarzt Frauenklinik am Kantonsspital Baden: “Wenn die Gesundheit einer Frau zum Beispiel durch intensive Blutungen oder starke Unterleibsschmerzen beeinträchtigt ist, kann eine Gebärmutterentfernung sinnvoll sein.”

Was sind die Ursachen solcher Beschwerden?

“Erkrankungen der Gebärmutter, Myome und Endometriosen sind häufige Ursachen.”

In der Schweiz immer noch weit verbreitet ist die Operation mittels Bauchschnitts oder durch die Scheide. Vier von fünf Frauen wird die Gebärmutter auf diese Weise entnommen. Doch die konventionellen Techniken hinterlassen einen erheblichen Flurschaden, zerstören einen Grossteil gesundes Gewebe. Frauen klagen über langanhaltende Schmerzen nach der Operation, und ihnen graut es vor einer bis zu sechswöchigen Rekonvaleszenz. Das muss nicht sein. Professor Hohl:

  • 11

In den letzten Jahren haben wir am Kantonsspital Baden mit Hilfe der Laparoskopie eine revolutionäre Technik entwickelt, die für unsere Patientinnen verschiedene wichtige Vorteile hat. Sie haben weniger Schmerzen nach der Operation, weil das Gewebe weniger verletzt wird. Geringere Gewebeverletzungen führen zu geringerem Blutverlust, rascherer Erholung und schliesslich einem kürzeren Spitalaufenthalt. Bereits zwei bis drei Tage nach der Gebärmutterentfernung können unsere Patientinnen wieder nach Hause gehen. Nach zwei bis drei Wochen sind sie erholt. Und: Nach der Operation gibt es keine Probleme beim Geschlechtsverkehr.

Wie funktioniert diese Methode?

“Kernstück ist der von uns entwickelte Uterus-Manipulator, ein Instrument zum Anspannen von Gebärmutter und Operationsplattform. Damit bringen wir auch die Nachbarorgane wie Blase oder Harnleiter in sichere Entfernung zum Operationsfeld. Das Wegschieben der Gebärmutter nach oben macht das Abpräparieren der Blase überflüssig, so dass deren Nerven vollständig intakt bleiben. Auch der Bändergürtel des Beckens wird beim Eingriff nicht zerstört.”

So werden Blasenvorfälle nach der Operation weitgehend vermieden. Weiterer Pluspunkt der «Professor-Hohl-Methode»: Durch die reine Verwendung von moderner elektrochirurgischer Technik ohne Nähte und Umstechungen erfolgt die Operation ohne jede Blutung und nur mit minimaler Gewebezerstörung. Der Badener Chefarzt dazu:

“Wir haben dieses Verfahren bereits bei über 1800 Frauen erfolgreich angewendet. Die Operation dauert weniger als eine Stunde, und sie kann auch bei sehr schweren Myomen von über einem Kilo Gewicht durchgeführt werden.”

Drucken03.02.2011