KrankheitenHaut und Wunden

Haut aus Haaren

Für Menschen mit schlecht heilenden Wunden gibt es neue Hoffnung.

Schlecht oder überhaupt nicht heilende Wunden an den Beinen sind ein grosses Problem vor allem älterer Menschen. Jahrelange Schmerzen, Isolation, hohe Behandlungskosten sowie langwierige und kostspielige Spitaleinweisungen sind die Folgen. Seit letztem August gibt es eine Alternative zur Transplantation von Eigenhaut, die bei vielen chronischen Wunden nötig wird, um die offene Stelle wieder zu verschliessen. Die Hauttransplantation hat einige Nachteile. So muss der Arzt dem Patienten an einer gesunden Stelle ein dünnes Stück Haut entnehmen. Das schmerzt nicht nur, sondern hinterlässt eine neue Wunde.

«Mit Haut und Haar». Diese Redewendung hat es in sich, auch für die Wissenschaftler. Das Forscherduo Hunziker und Limat vom Inselspital Bern entwickelten ein Verfahren, bei dem aus den eigenen Kopfhaaren neue Haut gezüchtet wird. Es reicht, wenn man dem Patienten etwa hundert Haare auszupft und in eine spezielle Lösung legt. An den Haarwurzeln befinden sich vermehrungsfähige Stammzellen, aus denen in wenigen Wochen fast beliebig viele Quadratzentimeter grosse Hautinseln entstehen, die auf die Wunde gelegt werden und dort einwachsen.

Die Zellen der äusseren Haarwurzelscheide haben unabhängig vom Alter des Patienten eine hohe Vermehrungsfähigkeit. Zudem steht das qualitativ hochwertige Material in jedem Alter zur Verfügung. Das neue Verfahren ist schonender und macht keinen Spitalaufenthalt und keine Narkose nötig. Es ist mindestens so wirksam wie die viel eingreifendere Hauttransplantation. Es wird in der Schweiz nur von speziell geschulten und erfahrenen Spezialisten verwendet.

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Mehr Infos über die neue Methode und die durchführenden Zentren:
Telefon 078 648 83 70
Montag–Freitag, 14.00 und 17.00 Uhr

Drucken18.06.2009