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Psoriasis

Psoriasis, die Schuppenflechte, gehört zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen.

Gewöhnlich verläuft sie schubförmig, kann aber grosse Unterschiede in der Ausprägung aufweisen. Hauptmerkmale sind scharf begrenzte, gerötete Hautareale, die mit glänzenden, silberweissen Schuppen bedeckt sind und Juckreiz verursachen. Typischerweise treten die Hautschuppen beim Kratzen der betroffenen Stellen deutlicher hervor. Ebenfalls charakteristisch sind die punktförmigen Blutungen, die beim Entfernen der darunterliegenden dünnen Oberhaut entstehen. Die Schuppenflechte zeigt sich bevorzugt an den Aussenseiten von Ellbogen und Knien und an der behaarten Kopfhaut. Oft sind die Hauterscheinungen symmetrisch. Bei über der Hälfte der Patienten kommt es auch zu Veränderungen der Nägel oder des Nagelbetts.

Psoriasis tritt gehäuft auf in Verbindung mit anderen Erkrankungen wie Diabetes, Herz- Kreislauf- Leiden oder Morbus Crohn. Bis zu einem Drittel der Betroffenen bekommen eine Psoriasis- Arthritis, die eine weitgehende Gelenkzerstörung zur Folge haben kann.

Die genauen Ursachen sind noch nicht geklärt. Man geht von einer genetischen Disposition aus, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden kann. Dazu zählen hormonelle Umstellung in Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre, mechanische und physikalische Reize, Stress, übermässiger Alkoholkonsum, Infektionen, Ernährung, Übergewicht oder bestimmte Medikamente.

Die körperliche und seelische Belastung der Patienten ist ausgesprochen hoch, die Auswirkungen auf die Lebensqualität sind vielfach gravierend. Oft führt die Erkrankung die Betroffenen in die Isolation. Die bisherigen Therapiemöglichkeiten sind nur begrenzt und erfordern einen hohen Aufwand.

Weltweit leiden schätzungsweise 14 Millionen Menschen an Psoriasis. Vor allem Weisse sind betroffen, während die Erkrankung bei Menschen mit anderer Hautfarbe kaum auftritt. Bei rund einem Drittel der Patienten ist die Erkrankung mittelschwer bis schwer ausgeprägt

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Hohe Wirksamkeit

Prof. Ralph Trüeb, Leitender Arzt, Dermatologische Poliklinik und Psoriasis-Sprechstunde, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, im Interview.

Wie verbreitet ist Psoriasis in der Schweiz?

Die Psoriasis gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten überhaupt und betrifft 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung mit einem auffallenden Nord-Süd-Gefälle. In der Schweiz müssen wir von schätzungsweise 120 000 betroffenen Menschen ausgehen.

In wie vielen Fällen ist die Krankheit so schlimm, dass lokale Massnahmen nicht mehr ausreichen?

Bei 80 Prozent der Patienten ist die Psoriasis in ihrer Ausdehnung zum Glück begrenzt. Das heisst, weniger als 10 Prozent der Körperoberfläche sind betroffen, und die Krankheit ist mit lokalen Therapiemassnahmen gut in den Griff zu bekommen. Bei den restlichen 20 Prozent ist sie jedoch so ausgedehnt, dass eine Ganzkörper- Phototherapie in der UVB-Kabine oder systemische Therapien nötig sind.

Welche Patienten brauchen die neuen Medikamente?

Die neuen Biologika kommen dann infrage, wenn eine ausgedehnte Psoriasis nicht genügend auf Phototherapie oder andere systemische Therapien anspricht, beispielsweise Methotrexat, oder wenn Gegenanzeigen für solche Therapien bestehen. Besteht gleichzeitig zur Psoriasis noch eine Arthritis, sind Biologika wie Humira Mittel der Wahl. Vorteile von Humira sind die einfache Handhabung, die gute Verträglichkeit und die hohe Wirksamkeit. Die hohen Kosten werden wettgemacht durch die Abnahme anderer Therapiekosten einschliesslich Spitalaufenthalte und Folgekosten durch krankheitsbedingte Arbeitsausfälle.

Sprechen alle Psoriasis-Patienten so gut auf die Behandlung mit diesen Antikörpern an?

Eine Mehrzahl der Patienten spricht gut auf diese Therapie an. Selbstverständlich bestehen gewisse Einschränkungen wie für jedes andere hochwirksame Medikament auch. Biologika gehörten deshalb in die Hand eines erfahrenen Spezialisten, der alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung kennt.

Wie sicher ist die Behandlung?

Die Sicherheitsdaten für die Wirkstoffgruppe der Biologika sind sehr gut. Allfällige Gegenanzeigen wie Tuberkulose, andere Infekte, neurologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz und Krebs sind sorgfältig auszuschliessen. Weitere mögliche unerwünschte Wirkungen werden genau erfasst. Die Patienten bleiben nicht zuletzt deshalb unter der Kontrolle ihrer behandelnden Dermatologen.

Wie lange muss man mit der Behandlung fortfahren?

Dadurch, dass die Biologika eine gute Wirksamkeit und ein hohes Sicherheitsprofil haben, scheinen sie für eine Langzeittherapie geeignet zu sein. Der Wunsch vieler Psoriasis-Patienten ist eine wirksame Dauertherapie, auf die sie sich auch langfristig verlassen können. Dies war bisher nicht gegeben.

Drucken17.07.2009