Frueherkennung von Prostatakrebs
Die Bestimmung des PSA-Wertes ist nutzlos
Das Swiss Medical Board, ein unabhängiges, fachübergreifendes Expertengremium, dessen Trägerschaft unter anderem die Verbindung der Schweizer Ärzte und die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften angehören, empfiehlt, ab sofort auf die Bestimmung des sogenannten Prostataspezifischen Antigens PSA im Blut zu verzichten. Grund für die überraschende Ablehnung: Bei symptomlosen Männern ohne erbliche Belastungtauge der PSA-Wert nichts. Nach Auswertung der wissenschaftlichen Literatur kommt das hochkarätige Gremium zum Schluss, die Diagnose von behandlungsbedürftigem Krebs im Frühstadium halte sich mit der Diagnose von nicht behandlungsbedürftigem Krebs in etwa die Waage. Zudem würden trotz Bestimmung des PSA-Wertes eine Reihe von behandlungsbedürftigen Prostatakrebsfällen nicht entdeckt. Wörtlich: „Auf die Gesamtmortalität ergibt sich kein oder kein signifikanter Effekt.“ Zudem sei zu berücksichtigen, dass eine Messung des PSA-Wertes zum Teil erhebliche unerwünschte Wirkungen wie Folgeuntersuchungen habe. Das Kosten-Wirksamkeits-Verhältnis sei negativ.
Was ist zu tun, wenn ein Patient trotzdem mit dem Wunsch in die Praxis kommt, einen PSA Test durchzuführen, weil der PSA-Wert jahrelang als das beste Instrument der Früherkennung von Prostatakrebs angepriesen wurde? Fehlen Risikofaktoren, müsse der Patient von Arzt umfassend über Vor- und Nachteile des Tests und die möglichen Konsequenzen aufgeklärt werden. Die Kosten seien vom Patienten selber zu tragen und dürften nicht über die Grundversicherung abgerechnet werden.
Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor beim Mann. Bei etwas mehr als 5000 Männern wird jedes Jahr Prostatakrebs diagnostiziert. Mit 1700 Todesfällen pro Jahr ist Prostatakrebs die zweihäufigste Krebstodesursache beim Mann.
Der Bericht „Stellenwert des PSA-Wertes bei der Früherkennung des Prostatakarzinoms findet sich auf http://www.medical-board.ch.








