Hoffnung beim Melanom
Endlich Lichtblick bei schwarzem Hautkrebs. Weil wir etwas vernünftiger geworden sind, geht die Sterblichkeit erstmals zurück.
Seit über einem halben Jahrhundert wird das Melanom, der schwerste Krebs der Haut, immer häufiger. Neben Norwegen ist die Schweiz mit 1700 neu diagnostizierten Fällen pro Jahr das am stärksten betroffene Land Europas. 250 Menschen sterben bei uns jährlich am schwarzen Hautkrebs.
Jetzt machen führende Epidemiologen der Universität Lausanne Hoffnung, dass sich Vorbeugung und Früherfassung lohnen. Zum ersten Mal sind in der Schweiz die Überlebensraten und der Anteil dünner Melanome gestiegen, und zwar vor allem bei Frauen, weil sie ihre Haut regelmässiger untersuchen und bei verdächtigen Befunden eher zum Arzt gehen als Männer.
Da es keine wesentlichen Fortschritte bei der Melanom-Behandlung gibt, sind Vorbeugung und Früherfassung die einzigen Möglichkeiten. Vorbeugung heisst: Kein Solarium und weniger Sonnenexposition. Und Sonnenschutzmittel nicht dazu zu missbrauchen, länger an die Sonne zu liegen, weil sie den Sonnenbrand nur verzögern, aber nicht verhindern können.
Weil die Beurteilung von verdächtigen Hautveränderungen heikel und von grosser Tragweite ist, muss man zum Spezialisten, sobald ein neuer pigmentierter Fleck auftritt, wenn sich ein bestehender Hautfleck in Form oder Farbe ändert, zu jucken, bluten oder zu schmerzen beginnt.
Eine Heilung ist nur möglich, wenn das Melanom noch keine Ableger gemacht hat. Entscheidend für das Überleben ist die Tumordicke. Ist sie weniger als 1 mm, betragen die 5-Jahres-Überlebensraten 95 Prozent. Bei dicken Tumoren über 4 mm dagegen nur noch 40 bis 65 Prozent.
Bemerkenswert in der Schweiz wie übrigens auch im Südtirol ist der hohe Anteil von Melanomen am Kopf, Hals und Nacken. Am ehesten kommt das vom vielen Skifahren und Wandern, meinen die Epidemiologen. Besonders schädlich ist wiederholte, intensive Sonnenexposition, wie sie für sozial privilegierte Schichten in wohlhabenden Ländern typisch ist. Insgesamt sind die UV-Strahlen der Sonne für 80 Prozent aller Fälle von Hautkrebs verantwortlich.

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