Teamarbeit nach Mass
Krebs im Kopf- und Halsbereich erfordert eine massgeschneiderte Therapie.
Jedes Jahr erkranken weltweit mehr als eine halbe Milliarde Menschen an Tumoren im Bereich von Mund, Nase und oberen Atemwegen. Rauchen und übermässiger Alkohol gehören zu den Risiken. Es besteht aber auch ein Zusammenhang mit viralen Infektionen, weshalb auch jüngere Menschen betroffen sind. Erste Symptome sind Schmerzen, Heiserkeit, Schluckstörungen oder Lymphknotenvergrösserung. Zur genauen Diagnose sind Gewebeproben und bildgebende Verfahren nötig.
Die Behandlung richtet sich nach internationalen Richtlinien. Wichtig ist die Zusammenarbeit verschiedenster Disziplinen wie Chirurgie, Strahlentherapie, medizinische Onkologie, Nuklearmedizin, Zahnheilkunde und Pathologie. Am UniversitätsSpital Zürich werden die Empfehlungen und Entscheide für die Behandlung jedes Patienten im Rahmen einer gemeinsamen wöchentlichen Besprechung, dem Tumorboard, festgelegt.
Zur Erstbehandlung eines Kopf-Hals- Tumors kommt die alleinige chirurgische Therapie hauptsächlich in Anfangsstadien in Betracht. Zum Teil kann der Patient bei gleicher Heilungschance zwischen rascherer chirurgischer Behandlung oder länger dauernder Bestrahlung wählen. Bei fortgeschritteneren Tumoren erfolgt die Behandlung meist kombiniert in Form einer Radio- Chemotherapie oder einer chirurgischen Tumorentfernung, gefolgt von zusätzlicher Radiotherapie; je nach Tumortyp und Gesundheitszustand wird die Bestrahlung mit Chemotherapeutika kombiniert. Bei Patienten, bei denen die chirurgische Therapie zu einem gravierenden Funktionsverlust führt, strebt man Radiotherapie an. Zeigt sich nach Abschluss der Behandlung oder im Rahmen der Nachsorge, dass der Tumor noch vorhanden ist respektive wieder wächst, kommt erneut die Chirurgie zum Zug.
Grosse technische Fortschritte in der Strahlentherapie bzw. deren Kombination mit Chemotherapien und bzw. oder Chirurgie führten in den vergangenen Jahrzehnten zu eindrücklichen Verbesserungen der Heilungschancen und einer deutlichen Reduktion der Nebenwirkungen. Ermöglicht wurde dies durch die 2002 eingeführte hochpräzise intensitätsmodulierte Radiotherapie, weshalb das USZ heute zu den führenden Zentren zählt, was die Anzahl der behandelten Patienten als auch die Resultate anbelangt.
Die Chemotherapie wird in der Behandlung der Tumore des Kopf- und Halsbereichs in verschiedenen Krankheitsstadien und mit verschiedenen Zielen eingesetzt. Dabei kommen auch neue Substanzen, vor allem Antikörper zum Einsatz, die sehr zielgerichtet wirksam sind und gesundes Gewebe schonen. In erster Linie wird die Chemotherapie bei heilbaren Stadien in Kombination mit Radiotherapie, gelegentlich vor einer Radiotherapie oder Chirurgie eingesetzt. Leidet ein Patient an einer fortgeschrittenen, nicht mehr operablen oder radiotherapierbaren Krankheit oder wurden bereits Ableger gebildet, wird die Chemotherapie häufig in Kombination mit einem Antikörper palliativ angewendet. Ein palliatives Therapieziel beinhaltet die Verkleinerung des Tumors, um Beschwerden – Schmerzen, Schluck- oder Sprechstörungen – zu lindern, um ein möglichst langes beschwerdearmes Intervall oder sogar eine Lebensverlängerung zu erreichen. Bei der Behandlung dieser Patienten sind auch unterstützende Massnahmen wichtig: Ausreichende Schmerztherapie, angepasste Ernährung, Sprechtraining, Behandlung therapeutischer Nebenwirkungen, psychologische Begleitung.








