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Achtung Pollen

Verstopfte Nasen, tränende Augen. fast zwei millionen Schweizer spüren so den Frühling.

In der Schweiz haben gegen zwei Millionen Menschen eine Allergie. Von Februar bis Oktober sind es die Pollen, die rund einem Viertel der Bevölkerung zu schaffen machen. Die häufigsten Symptome sind Niesattacken, Schnupfen, verstopfte Nase, juckende und tränende Augen. Auch asthmatische Reaktionen mit Husten und Atemnot können auftreten. «Pollenallergiker fühlen sich in ihrer Gesundheit und Lebensqualität oft sehr stark eingeschränkt», sagt Annelise Lundvik von aha! (Schweizerisches Zentrum für Allergie, Haut und Asthma). «Sie erbringen in Beruf, Schule und Freizeit nicht die gewohnte Leistung. Sogar bestimmte Nahrungsmittelallergien sind nicht selten die Folge einer Pollenallergie. Kribbeln und Jucken im Mund- und Rachenbereich oder eine Schwellung im Gesicht sind die klassischen Symptome einer solchen Kreuzreaktion. Das Immunsystem reagiert dabei auf ähnliche oder verwandte Proteine in Nahrungsmitteln und Pollen.»

Eine Pollenallergie, die über längere Zeit nicht oder ungenügend behandelt wird, birgt das Risiko eines Etagenwechsels in die unteren Atemwege. Annelise Lundvik: «Aus einem vermeintlich harmlosen Heuschnupfen entwickelt sich in der Folge zusätzlich ein Asthma. Die Symptome einer möglichen Pollenallergie sollten deshalb rechtzeitig durch den Arzt abgeklärt werden, um die Beschwerden mit präventiven Massnahmen zu reduzieren und sie medikamentös zu behandeln. Je nach Leidensdruck kann eine Desensibilisierung ins Auge gefasst werden. Sie ist die bis heute einzige Möglichkeit, die Symptome einer Pollenallergie längerfristig zu vermindern. Sie bedingt aber eine allergologische Abklärung durch den Facharzt.»

Am 20. März findet der zweite Nationale Allergietag statt. Im Zentrum steht die Pollenallergie. An Ständen in fünf grossen Zen tren in den Regionen Zürich, Basel, St. Gallen, Lausanne und Lugano können sich Betroffene und Interessierte eingehend informieren und das Gespräch mit Fachpersonen suchen. Zudem besteht die Möglichkeit, sich von ärztlichen Spezialistenteams auf das persönliche Allergierisiko testen zu lassen. Der Allergietag ist eine gemeinsame Initiative des Schweizerischen Zentrums für Allergie, Haut und Asthma (aha!) und der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie.

Kompetenzzentrum für Allergiker

Die Organisation aha! ist ein unabhängiges Kompetenzzentrum, das sich für die Interessen und Bedürfnisse von Allergikerinnen und Allergikern engagiert. Mit MeteoSchweiz betreibt aha! die Online-Plattform http://www.pollenundallergie.ch. Sie informiert umfassend und regional über Pollenfl ugzeiten und allergene Pfl anzen, bringt aktuelle Prognosen sowie Infos rund um den Heuschnupfen. Seit zwei Jahren besteht eine Kooperation mit dem Verein Minergie, dem Bundesamt für Gesundheit und Gesundheitsförderung Schweiz für ein gesundes Wohn- und Arbeitsumfeld, das für Allergiebetroffene zentral ist. Das Gütesiegel, das aha! vor drei Jahren lanciert hat, bringt Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten mehr Sicherheit im Alltag. Die Zertifi zierung von Kosmetika, Nahrungsmitteln und anderen Konsumgütern basiert auf strengen Richtlinien, die über die gesetzlichen Richtlinien hinausgehen. Unter http://www.serviceallergie- suisse.ch können die bereits zertifi zierten Produkte abgerufen werden.

http://www.service-allergie-suisse.ch | http://www.ahaswiss.ch

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Fünf Fragen

an Dr. Georg Schäppi, Geschäftsleiter von aha!

Stimmt es, dass Allergien immer häufi ger werden?

Die Häufigkeit hat in den letzten Jahrzehnten rasant zugenommen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Unter dem Strich haben alle Faktoren mit dem modernen, westlichen Lebensstil zu tun – mit unserer Art zu wohnen, mit unserer Ernährung, mit unserem Hygienestandard. Diskutiert werden auch diverse Luftschadstoffe.

Man macht immer mehr den Putzfi mmel der Schweizer für Allergien verantwortlich.

Eine Rolle scheint tatsächlich unser manchmal zu sauberer Lebensstil zu spielen: Elemente unseres Abwehrsystems, die sich früher mit Bandwürmern und anderen Parasiten auseinandersetzen mussten, spielen heute eine zentrale Rolle in der Allergieauslösung. Für diese Hypothese spricht, dass Menschen aus Ländern mit weniger guten hygienischen Verhältnissen von Allergien weitgehend verschont bleiben. Die Idee kann aber natürlich nicht sein, wichtige hygienische Errungenschaften infrage zu stellen. Wie so oft ist ein gesundes Mass angebracht.

Nennen Sie bitte zwei, drei simple, aber hilfreiche Tricks gegen Heuschnupfen.

Um die Beschwerden zu reduzieren, sollte man in der Pollensaison hauptsächlich während längeren Regenphasen oder dann nur kurz in den frühesten Morgenstunden lüften. Im Auto Pollenfilter und an den Fenstern Pollenschutzgitter anbringen – tagsüber und auch in der Nacht. Selbst bei höchster Pollenkonzentration kann man so problemlos lüften. Die Haare abends waschen, nicht selber Rasen mähen oder Staub saugen. Bei erhöhter Pollenkonzentration in der Luft bei warmem, windigem Wetter sich nur kurz im Freien aufhalten. Sonnenbrille mit Seitenschutz und Kopfbedeckung nicht vergessen.

Desensibilisierungen sind aufwendig. Würden Sie persönlich eine machen lassen?

Unbedingt. Hier wurden über die letzten Jahre grosse Fortschritte erzielt, und die Erfolgsaussichten sind sehr gut. Meine Kinder würde ich desensibilisieren lassen, wenn sie eine Pollenallergie hätten.

Kann sich ein Heuschnupfen auswachsen?

Wie so viele Elemente unseres Körpers ist auch unser Abwehrsystem nicht für 90 Jahre Lebensdauer konzipiert und verliert mit zunehmendem Alter an Schlagkraft. In der Tat verringern sich in sehr vielen Fällen die Beschwerden deutlich oder verlieren sich ganz.

Dr. Stutz' Tipps gegen Heuschnupfen

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  • Ohne allergiesierenden Wollwachs. Keine Gewöhnung.
Drucken24.03.2010