Die vergessenen Frauen
Schlafapnoe ist auch für Frauen ein grosses Gesundheitsrisiko.
Die obstruktive Schlafapnoe ist schon an und für sich eine Erkrankung, die trotz ihrer enormen Verbreitung – in der Schweiz rechnet man mit zwischen 240 000 und 300 000 Betroffenen – und gesundheitlichen Konsequenzen nur in einem geringen Prozentsatz diagnostiziert und behandelt wird. Fünf Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer im Alter zwischen 30 und 60 leiden an einer behandlungsbedürftigen Schlafapnoe. Kernproblem sind wiederholte nächtliche Atemstörungen durch den Kollaps der oberen Luftwege. Die nächtlichen Atemaussetzer – im Extremfall können es bis zu 100 pro Stunde sein – führen zu ständigen kurzfristigen Weckreaktionen, die das Schlafmuster empfindlich stören.
Bei der Frau denkt kaum jemand an eine obstruktive Schlafapnoe. Schaut man sich in
einem Schlaflabor um, kommt nur eine Frau auf zehn untersuchte Männer. Weshalb die Häufigkeit bei Frauen so stark unterschätzt wird, darüber gibt es nur Vermutungen. Zwar bieten die Östrogene offenbar einen gewissen Schutz vor der Erkrankung. Nach der Menopause fällt diese Schutzwirkung jedoch weg. Deshalb ist die Häufigkeit der obstruktiven Schlafapnoe bei übergewichtigen Frauen nach der Abänderung gleich hoch wie bei Männern.
Eine weitere Erklärung ist die unterschiedliche Symptomatik. Während sich bei Männern die klassischen Symptome wie Schnarchen, Atempausen und Müdigkeit am Tag mit Einschlafneigung zeigen, äussern Frauen viel häufiger Probleme beim Ein- und Durchschlafen, Kopfschmerzen nach dem Aufwachen und fehlende Energie, was den untersuchenden Arzt offenbar eher an eine Depression als eine Schlafstörung denken lässt. Und wenn eine Frau schnarcht, getraut sie sich kaum, damit zum Arzt zu gehen. Dabei wäre genau das wichtig, damit er eine Abklärung in die Wege leiten kann. Weil eine schnarchende Frau nicht die grosse Ausnahme ist, sollten die Ärzte auch von sich aus ihre Patienten nach Schnarchen und anderen Symptomen der Schlafapnoe fragen.
Ein Problem mit noch grösserer Tragweite ist Schlafapnoe während der Schwangerschaft. Schon alleiniges Schnarchen erhöht das Risiko für krankhaften Schwangerschaftsbluthochdruck und Diabetes, mit der Gefahr, dass sich das kindliche Wachstum verzögert. Deshalb muss «Schlafapnoe und Frau» in der täglichen Praxis ein Thema werden, besonders, wenn Schlafstörungen und depressive Symptome im Vordergrund stehen.
Obstruktive Schlafapnoe ist weder eine erfundene Modediagnose noch ein Lifestyle- Problem, sondern eine sehr gravierende Erkrankung, wenn man nichts dagegen unternimmt. Nicht nur die Lebensqualität ist massiv eingeschränkt, auch die Sterblichkeit ist deutlich erhöht. Krankheiten, die sehr oft mit Schlafapnoe vergesellschaftet sind, sind Übergewicht, hoher Blutdruck, Diabetes, Herzkrankheiten und so weiter. Einerseits führen Übergewicht und Diabetes zu einem stark erhöhten Schlafapnoe-Risiko, andererseits erschwert ein Schlafapnoe-Syndrom den Diabetes und hohen Blutdruck.
Es gibt kaum eine andere Volkserkrankung, bei der eine korrekt und konsequent durchgeführte Behandlung einen so raschen und durchschlagenden Effekt hat, und zwar hinsichtlich Gesundheitsrisiken und Lebensqualität. Methode der Wahl ist die nächtliche Überdruckbeatmung, die in 90 Prozent der Fälle Erfolg hat. Sie bewirkt, dass die Atemwege offenbleiben und die nächtlichen Atemaussetzer mit den entsprechenden Weckreizen unterbleiben. Die heutigen Geräte sind äusserst geräuscharm und stören kaum noch. Und sie sind intelligent: Sie messen jeden Atemzug und passen das erforderliche Druckniveau automatisch an.
Die meisten Patienten sind nach einer kurzen Eingewöhnungsphase erstaunt, wie schnell es ihnen besser geht und wie dynamisch sie sich tagsüber wieder fühlen. Auch die Risiken für Herz und Hirn normalisieren sich rasch. Bluthochdruck und Diabetes lassen sich einfacher behandeln.
Schlaf-Qualitäts-Selbstcheck
Die Sprechstunde Doktor Stutz hat in Zusammenarbeit mit ResMed, dem grössten Anbieter von Diagnoseinstrumenten und Atemtherapiegeräten in der Schweiz, einen Schlaf-Qualitäts-Check entwickelt. Den SLEEPmeter. Kernstück des Tests ist die separate visuelle Erfassung der wichtigsten Testfragen durch den Betroffenen und durch die Angehörigen – in den meisten Fällen den Partner. Der Vergleich dieser beiden Einschätzungen ermöglicht es, Symptome und Veränderungen ans Tageslicht zu bringen, die dem Patienten selber vielleicht verborgenbleiben. Zeigt der Check irgend welche Auffälligkeiten, sollte das Ergebnis mit dem Arzt besprochen werden. Er kann eine entsprechende Abklärung in die Wege leiten. Für die Diagnose eines Schlafapnoe Syndroms ist es heute nicht mehr immer notwendig, eine aufwändige Untersuchung in einem Schlaflabor zu machen. Mittlerweile gibt es zuverlässige, ganz einfache Geräte für die Aufzeichnung des Schlafs in den eigenen vier Wänden.
Den neuen SLEEPmeter können Sie kostenlos bestellen. Senden Sie ein frankiertes und an Sie adressiertes C5-Couvert an:
ResMed Schweiz
SLEEPmeter
Viaduktstrasse 40
4051 Basel
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