Duschen im Hallenbad
Mit gründlichem Duschen vor dem Bad verhindern Sie, dass sich das Asthmarisiko erhöht.
Wissen Sie, weshalb man sich vor dem Schwimmen im Hallenbad gründlich duschen und keinesfalls im Wasser Urin lösen sollte?
Trichloramin beziehungsweise Stickstofftrichlorid wird jenes Gas genannt, das als unerwünschtes Nebenprodukt bei der Chlorierung von Schwimmbädern durch die Reaktion mit Harnstoff entsteht.
Wegen seines hohen Dampfdruckes und der schlechten Wasserlöslichkeit wird es leicht aus dem Wasser freigesetzt und reichert sich in der Hallenbadluft an. Trichloramin hat einen intensiven, stechenden, chlorähnlichen Geruch – den typischen Hallenbadgeruch – und hat eine starke Reizwirkung auf Augen, Nase, Rachen und Bronchien.
Untersuchungen aus Belgien, Frankreich und England haben gezeigt, dass durch die Exposition von Kindern mit Trichloramin beim Besuch von Hallenbädern das Lungenepithel der Kinder angegriffen wird und sich das Asthmarisiko erhöht. Zudem leiden Schwimmbadmeister und Rettungsschwimmer gehäuft an Asthma. Je höher die Expositionen gegenüber Chloraminen, desto häufiger werden Reizbeschwerden festgestellt.
Bleibt also nur noch die Frage, wie der Harnstoff ins Wasser gelangt. Ganz einfach: Durch die Badegäste, und zwar in er heblichem Ausmass. Es stammt nicht nur aus dem Urin, sondern auch aus der Haut und dem Schweiss.
Harnstoff ist das wichtigste Endprodukt des menschlichen Eiweissstoffwechsels und bildet sich auch beim normalen Verhornungsprozess der Haut. Sie ist mit einer Oberfläche von 1,5 Quadratmetern das grösste Organ des menschlichen Körpers. Beim Baden und Schwimmen löst das Wasser Harnstoff sehr leicht aus der Haut heraus. Berechnungen zeigen, dass 1000 Badegäste rund 160 Gramm Harnstoff in das Badewasser abgeben.
Neben technischen Massnahmen kann deshalb der Badegast selber verhindern, dass er sich völlig unnötigerweise einem Reizgas aussetzt. Dazu muss der Harnstoffgehalt im Wasser minimiert werden.
Im Klartext: Nie ins Wasser urinieren, sondern ausschliesslich die Toilette benutzen. Unterwäsche weder als Ersatz für eine Badehose noch unter der Badehose tragen. Gründliches Waschen und Duschen in unbekleidetem Zustand reduziert die Harnstoff-Abgabe durch die Haut ans Wasser um bis zu 90 Prozent oder noch mehr.
Werden all diese Empfehlungen berücksichtigt, kann eine Gesundheitsgefährdung durch Trichloramine in der Luft von Hallenbädern nahezu ausgeschlossen werden.








