Lungenkrankheit COPD
Die Lungenkrankheit COPD ist auf dem Vormarsch. Weltweit steht sie heute an vierter Stelle der häufigsten Todesursachen.
Neuste Daten zur Häufigkeit in der Schweiz sind alarmierend; fast eine halbe Million Menschen sind betroffen, darunter immer mehr Frauen. Jeder zweite Raucher bekommt eine COPD, wenn er nicht vorher an einer anderen raucherbedingten Krankheit stirbt. Nur etwa 15 Prozent der COPD-Patienten haben nie geraucht. Neben dem Rauchen ist eine Tätigkeit als Landwirt der wichtigste Risikofaktor. Atemweginfektionen durch Viren und Bakterien beschleunigen das Fortschreiten der Erkrankung. Die bleibende Behinderung des Atemflusses wirkt sich auf den ganzen Körper aus. So ist auch das Herz Kreislauf-Risiko massiv erhöht. Sehr häufig leiden die Betroffenen auch an Untergewicht und muskulärer Schwäche.
Trotz gesundheitlichen Einschränkungen bleiben Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis lange unerkannt. Durch Vorsorgeuntersuchungen und frühzeitige Therapie liesse sich die Prognose massiv verbessern sowie Lebensqualität und Leistungsfähigkeit länger erhalten. Die Patienten neigen dazu, Symptome wie Atemnot, Husten und Auswurf falsch zu interpretieren, das heisst als altersbedingte Verschlechterung oder «normale» Nebenerscheinungen des Rauchens abzutun.
Der Arzt wiederum misst meistens nur die Herz-, aber kaum die Lungenfunktion. Zudem werden wiederholte Bronchialleiden mit chronischem Husten als «verschleppte Erkältung» fehlgedeutet. Vorsorgeuntersuchungen – das heisst eine ganz einfache Messung der Lungenfunktion – und der rechtzeitige Gang zum Arzt könnten helfen, die Prognose von COPD massiv zu verbessern.
In Sachen Therapie haben neuste Studien gezeigt, dass langwirksame, bronchienerweiternde Mittel viel öfter und viel früher zum Einsatz kommen sollten, weil sie sowohl Symptome, Komplikationen als auch die Sterblichkeit reduzieren. Erst in einem späteren Stadium gelangen örtlich wirksame kortisonhaltige Mittel zur Anwendung – genau umgekehrt also wie bei der Behandlung von Asthma. Wichtig sind auch sofortiger Rauchstopp, Patientenschulung und ärztlich überwachtes körperliches Training, um Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu verbessern. Im späteren Stadium wird oft eine Sauerstoff-Heimtherapie notwendig.









