Die Wirkung ist genial
Verblüffendes Muskel- und Gleichgewichtstraining bei Multipler Sklerose mit Power Plate.
«Was während nur zwei Monaten Training unter fachgerechter Kontrolle mit meinen Muskeln passiert ist, kann man sich fast nicht vorstellen. Aus meinem schmalen rechten Beinchen wurde ein dem anderen Bein fast gleichgestelltes Muskelpaket, das mir wieder erlaubt, sogar Treppen zu überwinden», erzählt Monika Briner, 47, Ehefrau, Mutter von zwei erwachsenen Söhnen und seit 14 Jahren Multiple-Sklerose-Patientin.
Ihre Krankheit bezeichnet sie unumwunden als «riesigen Mist», den sie vom Vater geerbt habe. Trotzdem lässt sie sich nicht unterkriegen, auch wenn die Krankheit Jahr für Jahr ein oder zwei Schübe verursacht. Zusammen mit ihrem Hausarzt setzt sich Monika Briner gegen die MS zur Wehr. Als ihre Muskulatur schwächer und schwächer und das Gehen immer mühsamer wurde, kam sie auf die Idee, einmal diese «Schüttelplatte» auszuprobieren. Als sie im Power Plate Center in Wilen bei Wollerau vorsprach, liess man sie jedoch nicht allein auf das Gerät, sondern stellte ihr eine erfahrene Trainerin zur Seite. «Mein Wille, dereinst wieder besser gehen zu können, war ungebrochen», berichtet die aufgestellte Buchhalterin, zu deren Mandanten die Amtsvormundschaft und die Jugend-und Familienberatung des Bezirks Baden gehören. Der Effekt liess nicht lange auf sich warten: Bereits nach zwei Monaten Training war die Muskulatur so gut regeneriert, dass sich selbst ihr Hausarzt verwundert die Augen rieb und schriftlich konstatierte: «Beinmotorik, Gleichgewicht und Kraft haben sich dank Power Plate verbessert.»
Die bessere Motorik ist nur ein Effekt des Power Plate-Trainings. Ein anderer die vermehrte Energie: «Es ist auffallend, wie viel weniger müde ich bin.» Zur Erklärung: Fatigue, also jene bleierne, lähmende Müdigkeit, die auch mit noch so viel Schlaf nicht zu bändigen ist, gehört zu den schlimmsten Begleiterscheinungen von MS.
Klar, dass Monika Briner seither zwei Mal pro Woche auf dem Gerät trainiert und ihrer MS die Muskeln zeigt – und sich mittlerweile sogar wieder traut, aufs Fahrrad zu steigen. Sich mit MS abzugeben, hat sie eigentlich keine Lust: «Lieber beschäftige ich mit Zahlen und Budgets als über ‹diesen Mist› – sprich MS – nachzudenken. Haben müsste ich diese Krankheit nicht. Aber jetzt, wo ich sie einmal habe, versuche ich so zu leben, als hätte ich sie nicht.»
Kein Einzelfall
Mit Power Plate gegen MS? Für Leserinnen und Leser der «Sprechstunde Doktor Stutz» nichts Aussergewöhnliches. Marianne Salzmann, 49, aus Studen hat ähnliche Erfahrungen gemacht: «Nach heftigen Schüben hatte ich Mühe zu gehen. Treppen und Rampen lösten in mir Panik aus. Zeitweise war das Gefühl in meinem rechten Arm so schlecht, dass ich nicht mehr schreiben konnte. Oft hatte ich sogar keine Freude mehr zu leben. Vor einem Jahr habe ich begonnen, auf Power Plate zu trainieren. Bald habe ich gemerkt, dass mir diese Maschine gut tut. Nebst einem Muskelaufbau ist meine Haltung besser geworden, der Gleichgewichtssinn hat sich verbessert, und ich bin viel beweglicher. Schmerzen in den Armen und den Beinen gehören zwar noch immer dazu, sind aber schon erträglicher geworden als früher. Sogar meine Blase habe ich wieder viel besser unter Kontrolle.»
Auch Manfred Wielandt, 63, Vater des letztjährigen Mister Schweiz und ebenfalls MS Patient, möchte auf Power Plate nicht mehr verzichten: «Zweimaliges Training pro Woche verleiht mir beim Sitzen, Stehen und Laufen Stabilität. Meine ganze Haltung ist besser geworden.» Zwei Wochen lang konnte er wegen eines Zügeltermins seines Sohnes nicht mehr trainieren. Und schon kippten beim Stehen die Knie weg.








