LebenKommunikation

Gutes Gespräch mit dem Arzt

Zeit ist das wichtigste diagnostische und therapeutische Instrument.

Von einer Sprechstunde kann in den meisten Fällen keine Rede sein. Untersuchungen zeigen, dass es im Schnitt nur 103 Sekunden dauert, bis ein Patient von seinem Arzt unterbrochen wird. Dabei ist bei Gesprächen, die nach weniger als sechs Minuten zu Ende sind, die Gefahr gross, dass seelische Probleme nicht erkannt werden. Dauert eine Konsultation hingegen zehn Minuten oder länger, so eine Studie der Universität Düsseldorf, sprechen fast alle Patienten ein inneres Problem an. Neben dem Faktor Zeit gibt es weitere Regeln, die auch ein Patient kennen sollte. Sie helfen ihm zu beurteilen, ob er einen engagierten, verständnisvollen und umsichtigen Arzt hat oder nicht.

Die Botschaft hinter den Botschaften: Jede Aussage eines Patienten enthält unausgesprochene, aber um so wichtigere Botschaften. Der Satz „ich habe immer Schmerzen“ heisst zum Beispiel auch: „Ich bin verzweifelt. Helfen Sie mir endlich!“ Liest Ihr Arzt diese Botschaften? Oder bleibt er beim Vordergründigen stehen? Achtet er auch auf Ihre Körpersprache, die sich weniger gut steuern lässt als das gesprochene Wort und deshalb viel besser „verraten“ kann, wie Sie sich wirklich fühlen? Aktives Zuhören: Hat Ihr Arzt Blickkontakt, wenn Sie mit ihm sprechen? Lässt er Sie sprechen, ohne Sie ständig zu unterbrechen? Stellt er ergänzende Fragen und nimmt Ihre Aussagen auf, indem er dazu Erklärungen abgibt?

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Einfühlungsvermögen: Empathie – so wird die Fähigkeit, sich in jemanden Einzufühlen, in der Fachsprache genannt – ist einer der wichtigsten Voraussetzungen für eine gute Arzt-Patienten Beziehung. Ist Ihr Arzt fähig, sich in Ihre Wahrnehmungswelt hineinzuversetzen? Kann er dabei aber auch die nötige Distanz aufrecht erhalten?

Verständlichkeit: Eine präzise, einfache, einprägsame Sprache ohne Fachjargon ist das beste Mittel, um von den Patienten verstanden zu werden. Sehr hilfreich sind auch Beispiele oder Vergleiche, damit der Patient das Gesagte besser einordnen kann. Ihr Arzt sollte Sie wichtige Dinge auch wiederholen lassen, damit beide sicher sind, dass Sie sich richtig verstanden haben.

Drucken30.06.2009