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Licht als Therapie

Die dunkle Jahreszeit schlägt vielen Menschen aufs Gemüt. Das beste Mittel gegen Verstimmungen, Depressionen und Schlafstörungen ist Licht.

Lichttherapie neu

Am Morgen beim Aufstehen ist es dunkel. Am Abend beim Nachhausekommen ist es dunkel. Und auch tagsüber wird es an vielen November- und Dezembertagen kaum richtig hell. Im Gegenteil: Dunkle Nebelschwaden ziehen durch die Städte und Dörfer und beschleichen die Seele. Die meisten Menschen spüren in dieser Jahreszeit die trübe Stimmung mit der lähmenden Müdigkeit und dem erhöhten Schlafbedürfnis. Viele leiden erheblich darunter. Jeder zehnte fällt in ein eigentliches Loch.

Ohne Licht kein Leben

Das ist nicht verwunderlich, wenn man sich die Bedeutung des Lichts anschaut. In der biblischen Schöpfungsgeschichte ist Licht das erste Werk Gottes. Ohne Licht gibt es kein Leben. Das Licht der Sonne steuert nicht nur die innere Uhr, sondern auch unser Aktivitätsniveau und unsere Gefühlswelt. Ohne genügend Tageslicht gerät unser Bio-Rhythmus vollkommen aus dem Takt.

Das beste Mittel gegen die jahreszeitlich bedingten Verstimmungen, Schlafstörungen und Depressionen ist Licht. Das Licht wirkt wie ein Medikament, nur ist es frei von Nebenwirkungen. Licht verbessert Stimmung, Konzentration und Schlafqualität. Aufmerksamkeit, Wachheit und Leistungsfähigkeit werden erhöht. Die Lichttherapie ist inzwischen ein wissenschaftlich anerkanntes und hochwirksames Verfahren. Zwei Faktoren sind für die Wirkung verantwortlich: Eine Phasenverkürzung des Tagesrhythmus im Winter kann durch Licht am Morgen korrigiert werden, und Licht führt zu einer erhöhten Freisetzung des Botenstoffes Serotonin im Gehirn.

Gegen Winterdepression und Schlafstörungen

Lichttherapie ist heute ein Mittel zur Behandlung der Winterdepression und der damit verbundenen Schlafstörungen. Sie ist Medikamenten, wenn immer möglich, vorzuziehen. Saisonale Verstimmungen sind aber längst nicht mehr die einzigen Anwendungsgebiete der Lichttherapie. Gut erforscht ist sie mittlerweile auch in der Schlafmedizin. Mit Licht lassen sich Verschiebungen des Schlaf-Wach-Rhythmus korrigieren. Lichttherapie am Morgen verlegt eine verspätete Schlafphase zeitlich vor. Lichttherapie am Abend verschiebt eine verfrühte Schlafphase nach hinten – eine einfache Methode, älteren Menschen mit Schlafproblemen zu helfen.

Untersuchungen zeigen, dass die Lichttherapie auch bei der klassischen Depression sowie bei manisch-depressiven Erkrankungen wirksam ist, und zwar auch dann, wenn die Patienten auf Medikamente nicht ansprechen. Schon in der ersten Woche kommt es zu einem schnellen Wirkungseintritt, während man bei Medikamenten länger Geduld haben muss. Auch Depressionen während und nach der Schwangerschaft gehören heute zu den anerkannten Anwendungsgebieten der Lichttherapie. Belegt ist die Wirkung auch beim prämenstruellen Syndrom, das mit periodischer Niedergeschlagenheit einhergeht.

Auch bei Alzheimer und Parkinson

Damit nicht genug. Lichttherapie ist auch eine vielversprechende Behandlung für Alzheimer-Patienten, die Schlafverschiebungen haben. Zudem hat sich gezeigt, dass sich auch die Stimmung und intellektuellen Funktionen verbessern lassen. Das gilt auch für Parkinson-Patienten. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom bei Kindern und Erwachsenen.

30 Minuten pro Tag

Wichtig ist, dass die Lichttherapie jeden Tag während mindestens einer halben Stunde und möglichst den ganzen Winter über gemacht wird. Dabei sitzt man mit einem Abstand von circa 50 Zentimeter vor einer speziellen Lampe. Weil das Licht auf die Netzhaut fallen muss, sollen die Augen offen gehalten werden. Mindestens einmal pro Minute muss man dabei einige Sekunden direkt in die Lichtquelle schauen. Auch auf das Timing kommt es an. Die besten Ansprechraten findet man in den ganz frühen Morgenstunden unmittelbar nach dem Aufstehen, am Nachmittag ist die Wirkung gering. Warum also nicht die Lampe auf den Esstisch stellen und sich eine halbe Stunde lang dem Licht aussetzen, während man frühstückt oder die Zeitung liest. Die Wirkung setzt rasch ein. Vier von fünf Patienten fühlen sich schon nach wenigen Tagen besser.

 

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Hier hilft Lichttherapie

  • Winterdepression
  • Bulimie
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Schwangerschafts- und Wochenbett-Depression
  • Chronische Depression
  • Manisch-depressive Störungen
  • Depression nach Schlaganfall
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Schichtarbeit
  • Jetlag
  • Alzheimer
  • Parkinson
  • Schleudertrauma
  • Borderline-Störungen
  • ADHS bei Kindern und Erwachsenen

 

Vier von fünf Patienten fühlen sich sofort besser

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