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Licht vertreibt die dunklen Geister

Allerheilmittel ohne Nebenwirkungen. Die beste Therapie gegen ­Verstimmungen, Depressionen und Schlafstörungen ist Licht.

Das Licht wirkt wie ein Medikament, nur ist es frei von Nebenwirkungen. Licht verbessert Stimmung, Konzentration und Schlafqualität. Aufmerksamkeit, Wachheit und Leistungsfähigkeit werden erhöht. Die Lichttherapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes und hochwirksames Verfahren. Zwei Faktoren sind für die Wirkung verantwortlich: Eine Phasenverkürzung des Tagesrhythmus im Winter kann durch Licht am Morgen korrigiert werden, und Licht führt zu einer erhöhten Freisetzung des Botenstoffes Serotonin im Gehirn.

Gute Resultate in der Schlafmedizin

Saisonale Verstimmungen sind längst nicht die einzigen Anwendungsgebiete der Lichttherapie. Gut erforscht ist sie auch in der Schlafmedizin. Mit Licht lassen sich Verschiebungen des Schlaf-Wach-Rhythmus korrigieren. Lichttherapie am Morgen verlegt eine verspätete Schlafphase zeitlich vor. Lichttherapie am Abend verschiebt eine verfrühte Schlafphase nach hinten – eine einfache Methode, älteren Menschen mit Schlafproblemen zu helfen.

Untersuchungen zeigen, dass die Lichttherapie auch bei der klassischen Depression sowie bei manisch-depressiven Erkrankungen sehr wirksam ist, und zwar selbst dann, wenn die Patienten auf Medikamente nicht ansprechen. Schon in der ersten Woche kommt es zu einem schnellen Wirkungseintritt, während man bei Medikamenten viel länger Geduld haben muss. Auch Depressionen während und nach der Schwangerschaft gehören zu den anerkannten Anwendungsgebieten. Belegt ist die Wirkung zudem beim prämenstruellen Syndrom, das mit periodischer Niedergeschlagenheit einhergeht.

Verbesserung von Stimmung und intellektuellen Funktionen

Damit nicht genug. Lichttherapie ist auch eine vielversprechende Behandlung für Alzheimer-Patienten, die Schlafverschiebungen haben. Zudem hat sich gezeigt, dass sich auch die Stimmung und intellektuellen Funktionen verbessern lassen. Das gilt auch für Parkinson-Patienten. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom ADHS bei Kindern und Erwachsenen.

Wichtig ist, dass die Lichttherapie jeden Tag während mindestens einer halben Stunde und möglichst den ganzen Winter über durchgeführt wird. Dabei sitzt man mit einem Abstand von circa 50 Zentimeter vor einer speziellen Lampe. Weil das Licht auf die Netzhaut fallen muss, sollen die Augen offen gehalten werden. Mindestens einmal pro Minute muss man dabei einige Sekunden direkt in die Lichtquelle schauen. Die besten Ansprechraten findet man in den frühen Morgenstunden nach dem Aufstehen. Warum also nicht die Lampe auf den Esstisch stellen und sich eine halbe Stunde lang dem Licht aussetzen, während man frühstückt oder die Zeitung liest.