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Meine Krankheit ist ein Geschenk

Das sagt Doris Nachtigal über ihren Diabetes. «Man muss nicht gesund sein, um gesund zu sein», lautet die Erfahrung, die ihr Leben auf den Kopf stellte.

Doris Nachtigall Portrait

Er überfiel mich, raubte mich aus, tötete mich – beinahe. Zwölf Jahre liess ich das Ausrauben, das Töten zu. Typ 1 Diabetes – regelmässig in den Finger stechen, rechnen, verzichten, immer und immer wieder Insulin spritzen, plötzlich zittern, dumm und fast bewusstlos werden, dann Zucker nachschütten, weil ich bigoscht ‘ne Pfeife im Rechnen bin, habe das Insulin falsch berechnet.

Den Kampf aufgeben

Ich hatte es satt. «Wer hat denn hier das Sagen? Der Diabetes oder ich?». Ich wählte den Tod, dieses Mal wählte ich ihn selbst, denn so wollte ich nicht weiterleben. Also beschloss ich, meine innere Haltung zu töten. Drei Tage suhlte ich im Selbstmittleid, um danach in ein neues Leben zu treten. In MEIN Leben. «Hey Nachtigal, hör auf gegen den Diabetes zu kämpfen! Du kämpfst gegen dich selbst!» A-ha, was für eine Erleuchtung mich im Selbstmittleid-Dreck erreichte. Ich wischte mir den Matsch von den Augen und ich sah: die Krankheit hatte mich gerettet, sie war ein Geschenk.

«Die Krankheit ist kein Antagonist. Der Antagonist bist du…!», ratterte es in meinem Gehirn. Plötzlich erkannte ich, dass ich bis dahin ein Existieren gelebt habe, dass einem Funktionieren, nicht aber einem Leben gleichkam. Ich beschloss zu leben, und zwar glücklich. «Ab nun werde ich das tun, was mir Spass macht und was ich gerne tue.» Ich begann zu schreiben, liess mich zum Coach ausbilden und verwirklichte meinen Wunsch, zu lehren und zu Gruppen zu sprechen.

Krankheit in Leben transformieren

Am eignen Leib und an eigener Seele habe ich erfahren, was es heisst, sich selbst einzuschränken, sich von etwas dominieren zu lassen und ein Leben ohne Freude zu leben. Und ich habe erkannt, dass jeder seine Krankheit im Geist sterben lassen und in pures Leben transformieren kann. Glück hat nichts mit Gesundheit zu tun. Glück hat etwas mit Wahrheit zu tun, mit der Liebe zur Wahrheit.

Insulin, um am Leben zu bleiben

Ich liebe die Wahrheit. Und die Wahrheit ist, dass ich Insulin brauche, um am Leben zu bleiben.

Mit meinem ehrlichen und keine-Tabus kennenden Buch sowie meiner Erfahrung helfe ich Betroffenen, Fachpersonen und Angehörigen, Krankheiten als wertvollen Teil ihres Lebens zu sehen und die Energie in eine positive Richtung zu lenken. Ein zufriedener Umgang mit dem eigenen Leben entsteht von selbst, wird gar eine logische Konsequenz daraus. «Man braucht nicht gesund zu sein, um gesund zu sein.»

Infos zum Buch, zu Coachings, Referate und Workshops gibt’s auf www.nachtigal.ch oder info@nachtigal.ch

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Das Buch: «Mein bittersüsses Leben»