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Meine Sex-Fantasien verunsichern mich

«Ich habe eine gute Beziehung, doch in meinen sexuellen Fantasien kommen auch andere Männer vor», sagt eine 49-jährige Leserin. Sex-Therapeutin Dania Schiftan: «Keine Angst, das schliesst sich nicht aus.»

Sex Fantasien 2

«Ich denke manchmal an Männer mit langem Penis und stelle mir sexuelle Erlebnisse zu dritt vor. Das verunsichert mich, denn ich liebe meinen Partner», sagt die Leserin. Dania Schiftan, Sexualtherapeutin mit eigener Praxis in Zürich: «Die Gedanken sind frei. Wir alle sind über ganz viele Kanäle erregbar. Über hören, sehen, riechen und spüren. Wir haben eine unheimliche Palette solcher Anziehungscodes. Die Fantasie als eine Form unseres Geistes ist ein wichtiger Teil dieser Palette. Das Lustige an der Fantasie ist: Sie drückt nicht unbedingt das aus, was wir wirklich wollen. Sie ist  vielmehr eine Spielvariante des Geistes. Je nach Erregungsstufe können die Fantasien ändern. Die einen haben ganz am Anfang mehr romantische Verführungsideen. In einer Phase stärkerer Erregung möchten sie aber „so richtig hart genommen werden“. Bei andern ist es genau umgekehrt. Bei vielen ändert sich die Art der Fantasie kurz vor dem Orgasmus nochmals. Im nicht-erregten Zustand können wir die hohen Erregungszustände kaum mehr nachvollziehen. Aber das geht auch gar nicht, denn in dieser Phase macht es ja keinen Sinn.»

«Unter dem Strich kann man sagen, dass es total spannend und schön ist, wenn wir nicht nur über den Partner erregt werden, sondern dass die Palette viel grösser ist. Die Fähigkeit zu lieben und eine Partnerschaft zu führen ist eine total andere Fähigkeit als diejenige, eine sexuelle Erregung aufbauen zu können. Den Mann lieben und die anderen Gedanken zu haben, schliessen sich nicht aus und haben auch nichts miteinander zu tun. Es bedeutet auch nicht, dass Sie Ihren Mann sexuell nicht reizvoll und erregend finden. Akzeptieren und geniessen Sie Ihre Fantasien, auch wenn Sie nicht verstehen, woher sie kommen. Sie müssen diese Fantasien auch gar nicht ausleben. Es sind keine unterdrückten Wünsche, sondern nur Bilder, die zum momentanen Erregungszustand passen. Freuen Sie sich aufs nächste Mal. Aber Achtung: Fantasien muss man dem Partner nicht mitteilen, weil er sie falsch verstehen könnte.»

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Ihr direkter Draht

Dania Schiftan ist Dr. phil in Clinical Sexology, Klinische Sexologin ISI, lic. phil, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, Psychotherapie und Sexualtherapie. Sie arbeitet im Zentrum für interdisziplinäre Sexologie und Medizin ZiSMed in Zürich nach der Methode «Sexocorporel» von Jean-Yves Desjardin.

Beratung

Praxis: Minervastrasse 99, 8032 Zürich, Tel. 044 233 30 30, d.schiftan@zismed.chwww.daniaschiftan.ch