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Mit Mini-Eingriff die Gebärmutter erhalten

Myomembolisation nennt sich ein schonender Eingriff, bei dem Myome behandelt werden können, ohne den Uterus einer Frau zu opfern.

Myome

Eine intakte Gebärmutter ist für das Selbstverständnis und die Integrität einer Frau zeitlebens wichtig, auch wenn sie scheinbar nicht oder nicht mehr «gebraucht» wird. Vorbei sind die Zeiten, als der Uterus einfach mir nichts, dir nichts entfernt werden konnte. Umso unverständlicher ist, dass ein Gebärmutter-erhaltender, minimal-invasiver Eingriff in der Schweiz noch immer kaum bekannt ist, während er in vielen anderen Ländern schon längst zur Routine geworden ist, die Myomembolisation.

Jede fünfte betroffene Frau leidet darunter

Myome sind gutartige Geschwülste der Gebärmutter. Jede dritte Frau hat ab dem gebärfähigen Alter bis über die Wechseljahre hinaus solche Myome. Nach der Menopause schrumpfen sie. Machen sie keine Beschwerden, ist keine Behandlung nötig. Jede fünfte betroffene Frau leidet aber darunter. Typische Symptome sind starke Regelblutungen, Schmerzen und ein Fremdkörpergefühl. Drückt ein Myom auf die Blase oder den Darm, entsteht vermehrter Harndrang beziehungsweise Verstopfung. Je nachdem kann ein Myom auch für ungewollte Kinderlosigkeit verantwortlich sein.

Gebärmutter bleibt in Form und Funktion erhalten

«Myome in der Gebärmutter können mit einem gezielten Gefässverschluss, der Myomembolisation, behandelt werden», erklärt Prof. Dr. A. Ludwig Jacob vom SwissIntervention Zentrum für Mikrotherapie an der Klinik Hirslanden in Zürich. «Bei diesem Eingriff wird die Gebärmutter in Form und Funktion erhalten. Das Wachstum der Myome wird jedoch gestoppt.» Der Eingriff wird unter lokaler Betäubung durchgeführt und dauert circa eine Stunde. Prof. Jacob: «Nach dem Einstich in der Leistengegend führen wir einen dünnen Katheter über die Leistenarterie bis in die Uterusarterie. Über diesen Mikrokatheter werden unter Röntgenkon­trolle winzig kleine Kügelchen bis zum vollständigen Gefässverschluss eingebracht. Die zerstörten Myome schrumpfen im Zeitraum eines Jahres kontinuierlich auf rund die Hälfte bis ein Drittel ihrer Ausgangsgrösse. Die Gebärmutter selbst bleibt davon fast unberührt, da die Kügelchen zum grössten Teil von den Myomen angesaugt werden.»

Schmerzhafte Symptome verschwinden bereits wenige Tage nach Eingriff

Die Symptome wie eine schmerzhafte Mens oder Beschwerden im Unterleib verschwinden in der Regel bereits wenige Tage nach dem Eingriff. Es spielt keine entscheidende Rolle, wie viele Myome eine Frau hat. Die Myomembolisation ist besonders für Frauen geeignet, die viele oder sehr grosse Myome haben, bei denen eine Operation nur mit grossem Aufwand oder mit einem Verlust der Gebärmutter durchgeführt werden kann. «Wir sind in der Lage, bei fast allen Patientinnen einen guten Therapieerfolg zu erzielen und geichzeitig die Gebärmutter zu erhalten», sagt Prof. Jacob.

Erhebungen zeigen, dass sich starke Regelblutungen sowie Schmerzen in über 90 Prozent der Fälle deutlich bessern oder sogar normalisieren. Ob die Fruchtbarkeit erhalten bleibt, lässt sich nicht sicher voraussagen. Deshalb wird dazu geraten, vor einer Myomembolisation die Familienplanung abzuschliessen. Der Eingriff ist heute gut etabliert und wissenschaftlich breit anerkannt. Entsprechend wird er von den Kassen als Pflichtleistung übernommen.