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Natürliche Heilkraft

Apo Stadelhofen 2014

Dr. Rudolf Andres erklärt, weshalb pflanzliche Arzneimittel im Trend liegen und weshalb die Phytotherapie eigentlich ein Teil der Schulmedizin ist.

 

 

 

Was fasziniert Sie so an den Heilpflanzen?

Das Faszinierende an Pflanzen ist deren natürliche Heilkraft. Seit Jahrtausenden verwenden wir Menschen Pflanzen zur Genesung oder Erhaltung unserer Gesundheit.

Als Pharmazeut glauben Sie nicht an Wirkungen, sondern fordern Beweise. Warum bei den pflanzlichen Heilmitteln nicht?

Es ist umgekehrt, schon unsere Vorfahren kannten die Heilpflanzen und deren Wirkung. Heute wird dieses traditionelle Wissen nach wissenschaftlichen Kriterien untersucht und deren Wirkung bewiesen.

Macht Ihnen der Spagat zwischen Schul- und Phytomedizin wirklich nichts aus?

Phytotherapie ist ein Teil der Schulmedizin, es gibt keinen Widerspruch zwischen synthetischen und pflanzlichen Arzneimitteln. Beide wirken. Synthetische haben meist einen einzigen Wirkstoff, pflanzliche Extrakte dagegen mehrere.

Ihre pflanzlichen Hausspezialitäten liegen im Trend. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Pflanzliche Arzneimittel stellen wir mit grösster Sorgfalt her und schauen auf eine ausgewogene Zusammensetzung. Das sind die wichtigsten Gründe für die hohe Zuverlässigkeit in der Wirkung und die gute Verträglichkeit unsere Hausspezialitäten.

Haben Phytopräparate nicht einfach a priori einen hohen Placebo-Effekt?

Einen positiven Placebo-Effekt sehe ich vor allem bei synthetischen Arzneimitteln gegen Schmerzen, bei pflanzlichen Arzneimitteln ist es meist umgekehrt: Viele Ärzte und Patienten haben noch zu wenig Vertrauen in Phytotherapeutika. Umso wichtiger sind die klinischen Studien, mit denen wir die Wirksamkeit dokumentieren können. Zurzeit führen wir eine medizinische Doppelblindstudie durch mit unserer Wallwurz Salbe.

Wo sind die Grenzen der Phytotherapie?

Die Phytotherapie unterstützt den Heilungsprozess bei chronischen Leiden, zum Beispiel bei entzündlichen Prozessen, zur Vorbeugung von Krankheiten im Magen-Darm-Trakt. Bei akuten Schmerzen, Infektionen, Tumoren ist die Wirkung der pflanzlichen Arzneimittel meist ungenügend. Hier sind die hochpotenten synthetischen Arzneimittel gefragt.

Kann man Diabetes wirklich mit einer Hausspezialität auf pflanzlicher Basis behandeln? Braucht es hier nicht dringend wirksamere Medikamente?

Diabetes ist ein gutes Beispiel für eine ergänzende Therapie: Synthetische Antidiabetika werden kombiniert mit pflanzlichen Arzneimitteln. Je nach Ausprägung des Diabetes braucht es zusätzlich Insulin. Es geht hier also nicht um ein Entweder-oder, sondern um eine sinnvolle Kombination und eine seriöse Kontrolle der Blutzuckerwerte.

Und was ist bei Herzleiden? Genügt hier Weissdorn wirklich?

Herzleiden gehören zuerst einmal abgeklärt durch einen Arzt. Bei leichter Herzinsuffi­zienz sind Weissdornextrakte, flüssig oder als Kapseln eingenommen, sinnvoll. Sie können in Kombination zu synthetischen Herzmedikamenten eingenommen werden. Dadurch kann meist die Dosis reduziert und die Verträglichkeit verbessert werden.

Lesen Sie hier alle zehn Folgen der Heilpflanzen-Serie von Dr. Rudolf Andres

www.stadelhofenapotheke.ch