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Neugier bremst den Hirnabbau

Portrait of an elderly woman in curlers looking ahead through binoculars.

Teil 2 der Serie von Dr. med. Samuel Stutz für mehr Gesundheit im Alter. Rezept Nummer 2: Mehr Neugier.

Neugier macht das Leben interessant und abwechslungsreich. Und vor allem: Neugier kennt keine Altersgrenzen. Passen wir also auf, dass die Neugier nicht in der Alltagsroutine erstickt und verbauen wir uns nicht die Chancen, das Leben bis zuletzt interessant und erfüllt zu gestalten. Mahatma Gandhi sagte: Lebe, als würdest Du morgen sterben. Lerne, als würdest du ewig leben. Wenn wir uns von neuen Entwicklungen abschotten, sei es gesellschaftlich oder in technischer oder kommunikativer Hinsicht, hören wir auf, neugierig zu sein und verlieren die Flexibilität und Offenheit. Genau wie unsere Muskulatur ist auch das Gehirn auf neue Herausforderungen und tägliche neue Erfahrungen und Informationen angewiesen. Ist dies nur ungenügend der Fall, verkümmert seine Fähigkeit, sich auf neue Situationen einzustellen.

Ein aktiver Lebensstil gepaart mit stetiger Neugier bremst den geistigen Abbau im Alter. Das konnten Studien am Max-Planck-Institut zweifelsfrei nachweisen. Ältere Menschen mit einem grossen sozialen Netz und vielen Aktivitäten sind im Durchschnitt geistig viel leistungsfähiger als solche mit eingeschränkten Kontakten und Tätigkeiten.

Suchen Sie deshalb jeden Tag nach irgendeiner neuen Erfahrung. Sei das ein neues kulinarisches Erlebnis, der Besuch eines neuen Lokals, einer Veranstaltung. Gehen Sie in ein Konzert, das Sie aufgrund der Musikrichtung nie besuchen würden. Lesen Sie eine Zeitschrift oder eine Zeitung, die Ihnen bisher fremd war. Machen Sie einen Ausflug an einen bisher unbekannten Ort. Kaufen Sie ein technisches Gerät, das Sie heraufordert. Und lernen Sie eine Sprache, die nicht gerade alltäglich ist. Interessieren Sie sich für das, was Ihre Kinder und Enkelkinder tun, sei es im Beruf oder in der Freizeit.

Gegen Vergesslichkeit und Hirnleistungsstörungen helfen übrigens Ginkgo-Extrakte. Nimmt man sie frühzeitig und wartet man nicht, bis der geistige Abbau schon weit fortgeschritten ist, haben sie einen nachgewiesenen Nutzen.

Lesen Sie nächste Woche: Mehr Bewegung gegen den Verfall.