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Schauen Sie Ihre Knöchel an

Chronisch venöse Insuffizienz ist eine unterschätzte Krankheit. Die meisten Betroffenen nehmen die Beschwerden einfach hin. Dabei gibt es Hilfe. Dr. med. Silvana Spring gibt Auskunft.

Dr. med. Silviana Spring

Chronisch venöse Insuffizienz nennt man in der Medizin das, was man bei vielen Menschen um den Knöchel sieht, eine Störung der Mikrozirkulation. Zustande kommt sie durch zu hohen Druck in den oberflächlichen Venen. Die Auswirkungen auf die Lebensqualität sind enorm: schwere und schmerzhafte Beine, Schwellungen, Brennen und Juckreiz bis hin zu Hautveränderungen und offenen Stellen.

Die ersten sichtbaren Zeichen sind sogenannte Kölbchenvenen und Schwellungen am Innenknöchel. Risikofaktoren sind Alter, Übergewicht, genetische Disposition, Venenthrombosen und Schwangerschaften. Nicht nur Krampfadern können Venenschwäche verursachen, sondern auch jede Einschränkung der Mobilität, zum Beispiel infolge Verletzungen oder neuromuskuläre Erkrankungen.

Liegt ein Hinweis für chronische Venenschwäche vor, ist eine Abklärung mittels Duplexsonografie beim Gefässspezialisten angezeigt. Findet man Krampfadern und machen diese Symptome, müssen zunächst diese behandelt werden, sei es mittels Operation, Laser oder Radiofrequenztherapie. Allerdings können bereits vorhandene Hautveränderungen und Gefässzeichnungen am Knöchel nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Wichtigste Massnahme zur Verhinderung einer Venenschwäche sind Kompressionsstrümpfe der Klasse 2. Zusätzlich helfen Venenmedikamente, wenn man sie über mehrere Monate einsetzt. Im Vordergrund stehen Flavonoide, um den venösen wie auch den lymphatischen Abfluss zu erleichtern. Ausserdem kommt es zu einer Verbesserung der Hautverhältnisse sowie zum Abklingen von Beinschmerzen und Beinschwellungen. Reduktion von Übergewicht, regelmäs­sige Bewegung und Hochlagerung der Beine verbessern ebenfalls den venösen Rückfluss.

Flavonoide

Diosmin ist das wichtigste Flavonoid aus den Schalen von Orangen und Zitronen. Flavonoide erhöhen den Gefässwiderstand und vermindern die Gefässdurchlässigkeit. Zugleich wird das Fassungsvermögen der Venen reduziert. Flavonoide werden mit Erfolg bei Venenschwäche mit Schweregefühl, Schmerzen und nächtlichen Wadenkrämpfen eingesetzt. Placebokontrollierte Studien bei Personen mit chronisch venöser Insuffizienz beweisen deren Wirksamkeit. Ein weiteres, wichtiges Anwendungsgebiet sind Lymphödeme und Hämorrhoiden.